Zuckermarkt

EU-Mercosur-Abkommen verschärft Krise des Zuckersektors

Zuckerrüben Anfang Juni 2019
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Ulrich Graf
am Dienstag, 09.07.2019 - 13:20

Zollfreier Zugang zum EU-Markt von insgesamt 190.000 Tonnen Zucker jährlich.

Berlin  – Das geplante Freihandelsabkommen soll den Mercosur-Staaten einen zollfreien Zugang zum EU-Markt von insgesamt 190.000 Tonnen Zucker jährlich gewähren. Dies entspricht der Produktion einer deutschen Zuckerfabrik. Deutsche Rübenanbauer und Zuckerunternehmen beklagen bereits heute Wettbewerbsverzerrungen durch eine ungleiche Pflanzenschutz- und Subventionspolitik innerhalb der EU und auf dem Weltmarkt zu kämpfen.

"Erneut wurde ein Freihandelsabkommen auf Kosten der EU-Zuckerwirtschaft ausgehandelt. Statt wirksamer Maßnahmen gegen die unfairen Wettbewerbsbedingungen verschärft die EU-Kommission mit den Zugeständnissen an die Mercosur-Staaten die Krise auf dem heimischen Zuckermarkt. Anbauer und Produzenten brauchen stattdessen endlich politische Entscheidungen gegen unfairen Wettbewerb“, fordert Dr. Hans-Jörg Gebhard, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker.
 
Die EU wird die Einfuhrzölle auf 180.000 Tonnen des bestehenden brasilianischen Kontingents von 98 EUR/Tonne auf null senken und ein zollfreies Kontingent für paraguayischen Zucker von 10.000 Tonnen einführen. Der zollfreie Zugang wird dazu führen, dass der gesamte Zucker auch bei derzeit sehr niedrigen Preisen in die EU eingeführt wird. Währenddessen greift die brasilianische Regierung mit Subventionen im Wert von jährlich etwa 2,5 Milliarden US-Dollar in den Markt ein. Dieser unfaire Wettbewerb sorgt dafür, dass der Preis für den Zucker weiter gedrückt wird und der Rübenanbau kaum mehr wirtschaftlich ist.