Hülsenfrüchte

EU-Leguminosenanbau wächst auf niedrigem Niveau

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 20.04.2021 - 15:58

Zur Ernte 2021 wurde die mit Hülsenfrüchten bestellte Fläche in der EU-27 um ca. 3 % auf 2,5 Mio. ha ausgedehnt.

Anbaufläche

Berlin - Das ist das größte Areal seit vier Jahren. Sojabohnen nehmen wie im Vorjahr mit einer Fläche von 965.000 ha unter den Hülsenfrüchten mit knapp 40 % den größten Anteil ein. Damit wurden die Sojaflächen um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr ausgedehnt. Dies wäre nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ein neuer Rekord. Der Anbau von Futtererbsen wird von der EU-Kommission bei 866.000 ha gesehen, was einer Zunahme um 3,3 % entspricht. Ackerbohnen wurden auf einer um 3,1 % größeren Fläche von rund 459.000 ha gedrillt. Nur die Fläche für Süßlupinen liegt mit 169.000 ha rund 2,3 % unter dem Vorjahreswert.

Aufgrund des Flächenzuwachses für Sojabohnen, Futtererbsen und Ackerbohnen dürfte 2021 auch die Ernte größer ausfallen; dies hängt aber vom Witterungsverlauf der nächsten Wochen ab. Nach derzeitigem Stand könnten mit 2,9 Mio. t rund 10 % mehr Sojabohnen gedroschen werden als im Vorjahr. Während die Erntemengen von Futtererbsen um 6 % auf 2,2 Mio. t und die von Ackerbohnen um 1 % auf 1,2 Mio.t zulegen sollen, dürften mit 227.000 t rund 9 % weniger Süßlupinen geerntet werden, so die EU-Kommission.

Es passiert noch zu wenig

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (Ufop) sieht sich durch die aktuelle Schätzung der EU-Kommission zum Anbau von Körnerleguminosen für die Ernte 2021 in ihrer Einschätzung bestätigt, dass der Eiweißpflanzenanbau weiterhin keine ausreichende förderpolitische Begleitung erfährt – gemessen am vorhandenen Anbaupotenzial für die heimische Proteinversorgung und für die Verbesserung der Treibhausgasbilanz bzw. der Biodiversität im Ackerbau. Dadurch sind diese Kulturarten für viele Ackerbaubetriebe in Europa weiterhin keine wirtschaftlich attraktive Alternative.

Die Ufop stellt dazu klar, dass sich der Erfolg der von der EU-Kommission angestrebten „Farm to Fork“-Strategie auch an der Entwicklung der Anbaufläche dieser Kulturarten ablesen lassen wird. Denn die Kommission habe die Schaffung von Regionalität und lokaler Wertschöpfung richtigerweise zu einem zentralen Aspekt ihrer Strategie gemacht. Körnerleguminosen seien in Abhängigkeit von den Standortbedingungen eine essenzielle Kulturart zur Erweiterung von Fruchtfolgen in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaresilienz.

Zusammen mit Raps und Sonnenblumen als weitere Blühpflanzen würden diese Kulturarten zur Verbesserung der Biodiversität infolge unterschiedlicher Blühabfolge und der Bodenqualität durch Humus- bzw. Kohlenstoffanreicherung beitragen. Außerdem werde durch die Einsparung von Stickstoffgaben infolge der N-Bindungsleistung der Körnerleguminosen ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Außerdem trage der Anbau zur Produktion von heimischem, gentechnikfreiem Futter- bzw. Nahrungsprotein bei, das nicht aus Drittstaaten importiert werden müsse.