Ernte 2020

Ernteschätzung Braugerste: 20 % weniger als 2019

Braugerste
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 07.07.2020 - 09:37

Vor allem der Rückgang bei der Anbaufläche in Bayern schlägt zu Buche.

In den Regionen Bayerns, die in den letzten Jahren verstärkt Probleme mit der Trockenheit hatten, zeigt sich ein deutlicher Anbaurückgang – und der ist 2020 gewaltig: Bayernweit ist die Braugerstenanbaufläche nämlich um 6.500 ha auf 94.500 ha gesunken.

Den größten Verlust verzeichnet Oberfranken mit über 4.000 ha. Bayerns zweitbedeutendstes Braugerstengebiet, die Oberpfalz, hat über 1.500 ha verloren.
Die Ertragserwartung in Bayern ist laut dem LfL-Experten Dr. Markus Herz eher durchwachsen.

Auf der einen Seite sieht man besonders südlich der Donau häufig zwar relativ dünne aber dennoch recht gute Bestände. Auf der anderen Seite müsse man aber auch in einigen Anbauregionen mit Ertragsverlusten und eventuell auch mit Qualitätsproblemen rechnen – gemeint hat er damit die von der Trockenheit besonders betroffenen Anbaugebiete Oberfranken, Oberpfalz und Unterfranken. „Das sind fast drei Viertel der Bayerischen Anbaufläche. Wenn es dort Probleme gibt, drückt das natürlich den Durchschnittsertrag“, bekräftigte er.

Ertrag: Voraussichtlich 49 dt/ha

Herz gab folgende Prognose für die Bayerische Ernte 2020:

  • Ertrag: Im durchaus schlechten 2019 lag der Ertrag im Schnitt bei 46 dt/ha, das fünfjährige Mittel liegt bei 51,5 dt – und für heuer schätzt Herz im Schnitt „vorsichtige 49 dt/ha“.
  • Vollgerstenanteil: Weil der Juniregen auf eine gute Kornausbildung hoffen lässt, rechnet Herz mit im Schnitt 90 % – das entspricht dem fünfjährigen Mittel.
  • Eiweißgehalt: Wenn die Einkörnung passt, wird sich die heurige Ernte auch hier im Schnitt im Bereich des fünfjährigen Mittels (11,5 %) befinden. Wichtig ist aber nicht nur der Durchschnitt, sondern vor allem der Anteil der Proben, der unter der Grenze von 11,5 % Eiweiß (Qualitätskriterium) liegt. 2019 lag dieser Anteil bei nur 50 %, der fünfjährige Schnitt liegt bei 67 % – und für heuer rechnet Herz mit rund 60 %.

Alles in einem schätzt Herz die bayerische Ernte auf 250.000 - 280.000 t Qualitätsbraugerste – das wären dann rund 20 % weniger als 2019.

Er betont aber auch, dass das nur eine Schätzung ist und dass bei den Qualitätsparamtern „noch viel Luft drin steckt“. Dazu gab er folgendes Beispiel: Wenn der Vollgerstenanteil und der Anteil der günstigen Eiweißproben um jeweils nur ein Prozent schwanken, schwankt die Erntemenge schon um 6.000 t.