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Ernährung - lieber normal

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Rainer Königer
am Donnerstag, 27.09.2018 - 12:27

Paleo- oder Steinzeitdiät, heißt ein Trend, und die „Likes“ bei Facebook bleiben nicht aus.

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Der gemeine Zweibeiner Zentraleuropas gibt sich nicht mehr damit zufrieden, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, es muss inzwischen etwas Besonderes und fürchterlich Schickes sein. In den sozialen Medien lässt sich enorm punkten, wenn man sich ernährt wie in der Steinzeit. Paleo- oder Steinzeitdiät, heißt dieser Trend, und die „Likes“ bei Facebook bleiben nicht aus.

In der Steinzeitdiät ist offensichtlich alles erlaubt, was erjagt oder gesammelt werden kann. Heutzutage müssen die meisten Menschen nicht mehr jagen, fischen und sammeln, um nicht zu verhungern. Für die Ernährung sorgen heute Landwirte.

Neben den Vegetariern und Veganern, die unbelassen Argumente für ihre Lebensweise vorbringen können, gibt es inzwischen viele Menschen, die sich glutenfrei ernähren. Dabei leiden nur rund 0,2  % der Menschen unter Zöliakie. Für diese Menschen ist es wichtig, dass sie sich glutenfrei ernähren können. Doch was ist mit den Anderen? Wenn mein Nachbar eine Hausstaub-Allergie hat, ziehe ich doch auch nicht gleich in den Wald. Auf der anderen Seite gibt es über 800 Mio. Menschen, die hungern. Und wir haben nichts Besseres zu tun, als uns in Extravaganz zu baden und die Ernährung zum selbstherrlichen Kult zu machen. Geht es vielleicht auch mal wieder normal?

Der Sprung zur Politik mag jetzt groß sein, doch er brennt einfach zu sehr auf den Nägeln. Als Verbindungsstück soll die Normalität herhalten. Zugegebenermaßen nicht sehr gelungen. Doch das ist jetzt egal.

In Bayern lebten früher viele, viele normale Menschen. Das war meist wunderbar. „Leben und leben lassen!“ Das war die Devise, und das galt für alle, die da waren (selbst für Preußen – Verzeihung). Doch diese Normalität scheint langsam zu bröckeln, und der modrige Geruch des Fremdenhasses weht wieder durch das einst normale Bayernland. Einem normalen Menschen kann das nicht gefallen.