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Erzeugerwoche

Energiekrise: Extrem bewegte Zeiten für Landwirte

Erklärte die aktuelle Situation: Der neue CEO der Molkerei Zott, Frank Uszko. Er sagte: „Ohne Erhitzung keine Milch.“
Rainer Königer Portrait 2019
Rainer Königer
am Montag, 21.11.2022 - 17:16

Die BBV-Erzeugerwoche startet: Reicht das Gas für die Lebensmittelproduktion? Der neue CEO der Molkerei Zott beleuchtet in Herrsching die Lage.

Herrsching Die Erzeugerwoche in Herrsching ist am Montag, 21. November 2022, gestartet. Über die ganze Woche hinweg nehmen Experten sämtliche Agrarmärkte unter die Lupe. Der größte Block ist wie immer die Milch. Der neue BBV-Präsident Günther Felßner eröffnete am Montagmorgen diesen Themenblock. Er sprach von „extrem bewegten Zeiten“ mit hohen Milchpreisen und extrem gestiegenen Kosten.

Zur Energiekrise meinte er, zwei Grad weniger in der Wohnung seien zwar nicht schön, „aber nichts zu essen ist eine Katastrophe“. Damit leitete er über zum ersten Referenten, dem neuen CEO der Molkerei Zott, Frank Uszko, der erklärte: „Ohne Erhitzung keine Milch.“ Die Molkereibranche ist von der Energieversorgung und speziell von der Gasversorgung stark abhängig.

Zott braucht an den Standorten Mertingen und Günzburg eine Energiemenge von 143 Mio. kWh aus Gas und Öl. Mertingen ist zu 100 % vom Gas abhängig, „in Günzburg könnte auf Öl umgestellt werden, wenn es denn verfügbar ist“, sagte Uszko. Die Gasspeicher in Deutschland, die größten Speicher in Europa, sind voll. Diese 250 TWh entsprechen einem Viertel des jährlichen, deutschen Gasverbrauchs.

BBV-Präsident Günther Felßner eröffnete die Erzeugerwoche in Herrsching.

So schnell gehen die Lichter also nicht aus. Wie der neue CEO weiter erklärte, gehe die Bundesnetzagentur von maximal ein bis zwei Wochen Abschaltung im Januar und Februar aus. Das scheint allerdings das schlechteste Szenario zu sein. Denn laut Uszko spricht die Bundesnetzagentur davon, dass die Abschaltung zum heutigen Zeitpunkt nicht wahrscheinlich sei.

Mehr über die Erzeugerwoche und die unterschiedlichen Entwicklungen erfahren Sie in Heft 48 des Wochenblatts.