Erträge

Das Ende der Rekordernten?

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Rainer Königer Portrait 2019
Rainer Königer
am Donnerstag, 20.09.2018 - 09:53

Nach den Rekordernten der vergangenen Jahre wird die weltweite Getreideernte 2018/19 wohl nicht reichen, um die Nachfrage und damit den Hunger der Weltbevölkerung zu stillen.

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Insgesamt gehen die Marktanalysten von einer globalen Getreideernte von 2088 Mio. t (ohne Reis) aus. Dem gegenüber steht ein Verbrauch von 2139 Mio. t. Bei den wichtigsten Kulturen sieht es auch nicht besser aus. 736 Mio. t Weizen sollen geerntet werden, der Verbrauch liegt bei 748 Mio. t. Und eine leicht steigende Maisernte von 1052 Mio. t trifft auf einen deutlich steigenden Bedarf von 1099 Mio. t. Für dieses und die nächsten Jahre sollte es – zumindest was die Mengen angeht – kein Problem geben: Die Lager sind gut gefüllt.

Die Frage ist: Sind die fetten Jahre vorbei und kommen jetzt magere Zeiten? Wie die Ernten in den nächsten Jahren ausfallen, kann heute natürlich niemand sagen. Allerdings sind Dürren, Stürme und Hitzeperioden keine Seltenheit mehr. Der Klimawandel steht längst nicht mehr nur vor der Tür. Er ist eingetreten.

Der unsichere Blick auf die Ernten wandelt sich in ein bedrückendes, mulmiges Gefühl, wenn man sich die Entwicklung der Weltbevölkerung ansieht. Heute leben rund 7,6 Mrd. Menschen auf diesem wunderbaren Planeten, 2023 sollen es 8 Mrd. sein, 2037 rechnet man mit 9 Mrd. Menschen, und die Schallmauer von 10 Mrd. Menschen soll bereits 2055 durchbrochen werden. Wer soll all die Menschen ernähren und über was reden wir heute?

Die Bevölkerung schlägt derzeit von allen Seiten auf die Landwirtschaft ein. Im Wohlstand und Überfluss hat man vergessen, was uns alle ernährt: Das sind die Böden, das Wasser, der Wind und das Sonnenlicht und die Menschen, die es gelernt haben, damit Lebensmittel zu erzeugen. Das ist die Grundlage des Lebens. Über Details lässt sich ja reden.