Klimabilanz

Eierproduktion: Soja aus Bayern reduziert CO2-Ausstoß

Legehennen
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 06.09.2021 - 14:24

Deutsche Legehennen-Betriebe können ihren CO2-Fußabdruck reduzieren, wenn sie regional zertifiziertes Soja einsetzen.

Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), die heute im bayrischen Landkreis Gelting präsentiert wurde. Durch die Fütterung mit Donau Soja sinkt die CO2-Belastung um 41 Prozent, wie das Beispiel eines niederbayrischen Geflügelhofs zeigt. „Von der Umstellung der Fütterung auf Donau Soja profitieren nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch die LandwirtInnen und VerbraucherInnen“, so Donau Soja-Obmann Matthias Krön.

Minus 41% CO2-Ausstoß

Nach den Berechnungen des FiBL lassen sich von 2,9 Kilogramm Gesamtemissionen pro Kilogramm Ei 1,2 kg CO2 durch die Fütterung mit regionalem, zertifiziertem Soja vermeiden. Das entspricht einer Gesamtreduktion von 41 Prozent.

Die bessere Klimabilanz ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Donau Soja-Standard eine Umwandlung von Wald- oder Grünflächen in Ackerland verbietet, Entwaldung und Abholzung sind also ausgeschlossen. Krön weist darauf hin, dass allein in Brasilien zwischen 2000 und 2016 5,3 Millionen Hektar Naturflächen im Amazonas-Gebiet und in den Cerrado-Savannen für den Sojaanbau zerstört worden seien. Das entspricht einem Drittel der gesamten Ackerfläche Deutschlands.

Bessere Klimabilanz für Deutschlands VerbraucherInnen

Während in Österreich die Legehennen bereits weitestgehend mit Donau Soja gefüttert werden, bestehe in Deutschland noch enormes Potenzial für die Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks bei Legehennen-Betrieben, aber auch in der Hühner- und Schweinemast, so Krön. Von 3,5 Millionen Tonnen Soja, die jährlich in Deutschland verbraucht werden, sind nur etwa ein Viertel garantiert entwaldungsfrei (European Soy Monitor).

Der überwiegende Teil stammt aus nicht nachvollziehbarer Produktion aus Übersee. „Die Umstellung auf zertifiziertes europäisches Donau Soja verbessert die individuelle Klimabilanz deutscher VerbraucherInnen, so Matthias Krön von Donau Soja.

Bayern: großes Potenzial für Soja

Deutschland hat eine große Zukunft beim Anbau von Sojabohnen. Bayern und Baden-Württemberg sind hier Vorreiter. „Bayern und Deutschland insgesamt haben enormes Potenzial beim Soja-Anbau und der Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks in der Tierhaltung. Regionale und gentechnikfreie Wertschöpfungsketten werden immer wichtiger und sollten bald zum Standard auch in Deutschland gehören“, so Matthias Krön abschließend.