Marktlage

Deutschland: Agrarischer Rohstoff-Index im August kräftig gestiegen

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aiz
am Dienstag, 11.09.2018 - 15:33

Vor allem Getreide und Raps waren aufgrund der erheblichen Ernteeinbußen im Schnitt um fast 11% teurer als im Monat zuvor.

Der Preisauftrieb für Agrarrohstoffe in Deutschland hat sich im August 2018 spürbar beschleunigt. Der AMI-Index kletterte um 3,5% auf 133,5 Punkte. So hoch war der Preisanstieg zuletzt im August 2012. Vor allem Getreide und Raps waren aufgrund der erheblichen Ernteeinbußen im Schnitt um fast 11% teurer als im Monat zuvor. Die Erlöse für Rohmilch legten um 1,5% zu, während die Preise für Schlachtkühe gegenüber Juli um 8% absackten, teilt die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) mit. Der von ihr monatlich veröffentli chte Index umfasst die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte.

Die Getreide- und Ölsaatenpreise tendierten im August in Deutschland deutlich nach oben, nachdem die niedrigen Erträge die bereits trüben Ernteprognosen sogar noch unterschritten hatten. Erzeuger konnten ihre Lieferverträge nicht bedienen, der Handel suchte verzweifelt Partien und die Verarbeiter waren hinsichtlich der weiteren Bedarfsdeckung im Jahresverlauf beunruhigt.

Die Milcherzeugerpreise haben ihre Aufwärtsbewegung, die im Juni eingesetzt hatte, fortgesetzt. Allerdings hat sich der preisliche Aufschwung am Milchmarkt zunächst nicht fortgesetzt. Erst ab Ende Juli gab es überdurchschnittlich hohe Einbrüche bei der Milchanlieferung. Im Zuge dessen zeichneten sich auch an den Produktmärkten erneut steigende Preistendenzen ab. In den kommenden Monaten sei infolge der witterungsbedingten Ertragsverluste bei Raufutter und Getreide mit dämpfenden Effekten auf die Milchmengen zu rechnen, so die AMI.

Das kleine Angebot an schlachtreifen Schweinen ermöglichte den Erzeugern im August höhere Preise. Inzwischen treten die Schlachtunternehmen aber auf die Bremse, der Fleischmarkt hält mit der Entwicklung nicht Schritt. Dem entsprechend sind im September auch Abschläge nicht auszuschließen. Nach den umfangreichen Ablieferungen im Juli war das Angebot an Rindern zuletzt eher klein. Zugleich hat sich die Nachfrage belebt, die Notierungen zogen entsprechend an.