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Coronatrend gestoppt

Deutsche essen weniger Frischkartoffeln

Speisekartoffeln: Der Pro-Kopf-Verbrauch sinkt, die Bundesbürger greifen wieder vermehrt auf Kartoffelerzeugnisse wie Pommes frites zurück.
BZL
am Freitag, 18.11.2022 - 11:37

Kartoffelbilanz: Der Pro-Kopf-Verbrauch an Speisefrischkartoffeln sinkt, aber der von Kartoffelerzeugnissen wie Pommes frites oder Chips steigt auf fast 36 Kilogramm.

Nach vorläufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) verbrauchte im Wirtschaftsjahr 2021/22 jede Bundesbürgerin und jeder Bundesbürger 20,3 kg Speisefrischkartoffeln (–3,7 kg) und 35,8 kg Kartoffelerzeugnisse, wie Pommes frites, Kartoffelsalat oder Chips (+200 g). Insgesamt lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Kartoffeln somit bei 56,1 kg.

Damit setzt sich der Trend, der durch den Beginn der Coronapandemie kurzzeitig umgekehrt wurde, nun weiter fort: Es werden wieder mehr Kartoffelerzeugnisse und weniger Speisefrischkartoffeln verbraucht. Mögliche Gründe sind die Corona-bedingten Lockerungen sowie ein warmer und sehr sonniger Frühling 2022, der zu einem weiter steigenden Außer-Haus-Verzehr geführt haben könnte.

Selbstversorgungsgrad auf 150 Prozent gestiegen

Von Juli 2021 bis Juni 2022 deckte die heimische Erzeugung den inländischen Bedarf an Kartoffeln zu 150 %. Dies ist ein Plus von 7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Aufgrund der Erzeugungsmengen und großer Verarbeitungskapazitäten spielt der Export von Kartoffeln und Kartoffelerzeugnissen eine wesentliche Rolle für die Kartoffelwirtschaft in Deutschland. Insgesamt wurden im Wirtschaftsjahr 2021/22 rund 6 Mio. t Kartoffeln als Frischware oder in Form verarbeiteter Erzeugnisse ausgeführt.

Wichtigster Handelspartner sind die Niederlande

Demgegenüber standen Einfuhren von rund 2,5 Mio. t. Deutschland ist somit Nettoexporteur von Kartoffeln und deren Erzeugnissen. Mengenmäßig wichtigster Handelspartner beim Im- und Export sind die Niederlande. Im gegenseitigen Handel mit Speisekartoffeln spielt die Nähe der Verarbeitungsstandorte der deutschen und niederländischen Kartoffelindustrie eine wesentliche Rolle.