Schlachtindustrie

Corona senkt die Fleischproduktion

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 07.08.2020 - 13:25

Vor allem im zweiten Quartal 2020 sanken die Mengen für Schweine und Rindfleisch. Nur bei Geflügel gibt es Ausnahmen.

Schlachthof-Schweine-Schweineschlachtung

In den ersten sechs Monaten 2020 haben die gewerblichen Schlachtbetriebe in Deutschland 28,9 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde geschlachtet. Einschließlich des Geflügels erzeugten die Unternehmen knapp 3,9 Millionen Tonnen Fleisch. Damit ist laut Statistischem Bundesamt (Destatis) die Fleischerzeugung gegenüber dem 1. Halbjahr 2019 um rund 0,6 % beziehungsweise 22.100 Tonnen gesunken.

Grund dafür war der Rückgang der Fleischproduktion im von der Corona-Krise geprägten 2. Quartal 2020: Während die Fleischproduktion noch im 1. Quartal im Vorjahresvergleich um 1,4 % oder 27.600 Tonnen zunahm, ging sie im 2. Quartal um 2,6 % oder 49.700 Tonnen zurück.

Schweinefleisch hatte mit rund 65,7 % den größten Anteil an der gewerblichen Fleischerzeugung im 1. Halbjahr 2020. Darauf folgten Geflügelfleisch (20,6 %) und Rindfleisch (13,4 %). 

Weniger Schweinefleisch wegen Schlachthofschließungen

Die aus gewerblichen Schlachtungen erzeugte Schweinefleischmenge war im 1. Halbjahr 2020 mit 2,6 Millionen Tonnen um 1,0 % niedriger als im Vorjahreszeitraum. Mengenmäßig betrug der Rückgang 26.200 Tonnen. Im 1. Quartal stieg die Schlachtmenge noch um 1,2 % (+15 900 Tonnen) gegenüber dem Vorjahr, im 2. Quartal ging sie um 3,3 % (-42 100 Tonnen) zurück. 

Bemerkenswert sind die regionalen Unterschiede in der Schweinefleischproduktion: So stieg die Produktion im nach den Ergebnissen des 1. Halbjahres 2020 größten Erzeugerland Niedersachsen im 2. Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr um 2,0 % auf 417.300 Tonnen. In Sachsen-Anhalt stieg die Erzeugung um 12,9 % auf 114.200 Tonnen.

Im zweitgrößten Erzeugerland Nordrhein-Westfalen sank die Produktion dagegen um 9,8 % auf 381.300 Tonnen. Diese Entwicklungen sind wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass einzelne Schlachtbetriebe infolge der Corona-Pandemie zeitweise geschlossen waren oder mit eingeschränkter Kapazität arbeiteten. Von den dort fehlenden Kapazitäten dürften Betriebe in anderen Bundesländern profitiert haben. 
 

Deutliches Minus bei Rindfleisch

Die gewerbliche Rindfleischproduktion sank im 1. Halbjahr 2020 um 2,1 % oder 11.100 Tonnen auf 521.800 Tonnen. Ausschlaggebend für den Rückgang war auch hier die im Vorjahresvergleich um 5,1 % geringere Erzeugung im 2. Quartal 2020. 

Im Unterschied zur Schweine- und Rindfleischproduktion ist die erzeugte Menge an Geflügelfleisch im 1. Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,9 % auf 801.800 Tonnen gestiegen. Im 1. Quartal nahm die Schlachtmenge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,5 % auf 398.400 Tonnen zu, im 2. Quartal betrug der Zuwachs 1,3 % auf 403 400 Tonnen.