Kartoffelmarkt

Bio-Kartoffeln zum Nulltarif

Kartoffelverkauf
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 28.04.2021 - 09:58

Bio-Kartoffelerzeuger verschenken in einer Protestaktion ihre Kartoffeln aus Enttäuschung über Ägyptenimporte eines Naturkosthändlers.

Der Verein der Biokartoffel Erzeuger e. V. wirft einem großen Naturkostfachhändler vor, seit Jahren immer früher Bio Kartoffeln aus Ägypten anzubieten. Dies sei auch in diesem Jahr der Fall. Damit würde die Biomarktkette schlechter abschneiden als der konventionelle Handel, der immer länger auf heimische Ware setzt.

„Dass ausgerechnet ein Naturkostfachhandel, der schon immer auf Regionalität gesetzt hat, mit Importkartoffeln aus Nordafrika punkten will, können die Bio-Betriebe hier nicht verstehen. Zumal es in den anbaustarken Regionen noch ausreichend heimische Ware gibt“, beschreibt Michael Dreyer, Bioland-Bauer aus Niedersachsen, die Situation.

Erzeuger sauer

Mit zahlreichen neuen und erweiterten Lagermöglichkeiten, ausgestattet mit modernster Technik, haben sich die heimischen Betriebe auf die Anforderungen der Verbraucher und des Handels nach möglichst langen Vermarktungszeiträumen eingestellt.

Das funktioniert aber nur, wenn die Knollen dann auch vermarktet werden können. „Wir können die Landwirte verstehen und unterstützen daher diese Aktion der Landwirte aus Niedersachsen. Letztlich haben wir vom Bio Kartoffel Erzeuger Verein mit vielen nachvollziehbaren Argumenten jahrelang für heimische Ware geworben. Der klassische Lebensmitteleinzelhandel hat sich darauf eingestellt,“ sagt Monika Tietke, Geschäftsführerin vom BKE.