Schweinemarkt

Beringmeier: Gutes Signal von Rewe

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 23.08.2021 - 16:57

Rewe will 95 Prozent des frischen Schweinefleisches aus Deutschland verkaufen. Berufsstand fordert von Wettbewerbern ähnliches Signal.

Rewe-Fleischtheke

Als gutes Signal, um die heimische Landwirtschaft zu stärken, sieht Hubertus Beringmeier, DBV-Veredlungspräsident und Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, den heutigen Beschluss der Rewe-Group (23.8.), rund 95 Prozent des konventionellen Schweinefrischfleisch-Sortiments auf deutsche Herkunft umzustellen.

„Der Vorstoß der Rewe-Group ist ein wichtiger und dringend notwendiger Schritt“, so Beringmeier. Nicht minder wichtig sei dabei die von Rewe bereits für September vorgesehene Aufstockung der seit Ende 2020 eingeführten zusätzlichen Zahlungen für heimisches Schweinefleisch. Soweit noch nicht geschehen, sollten die übrigen Lebensmitteleinzelhändler ebenso agieren, fordert der DBV-Veredlungspräsident.

Besonderen Handlungsbedarf sieht Beringmeier aber nach wie vor bei Verarbeitern und Großverbrauchern. „Es kann nicht sein, dass seit Jahren fast ausschließlich nur über Frischfleisch gesprochen wird und sich die gesamte Fleischwarenindustrie wegduckt“, wirft Beringmeier den Verantwortlichen vor. Von der Schlachtwirtschaft fordert er ein Ende des Preisdrucks. Die deutsche Fleischwirtschaft solle vielmehr ihre Leistungsstärke durch Entwicklung neuer, werthaltiger Vermarktungswege zeigen.

Rewe bekennt sich zu "5D"

Bis Sommer 2022 stellen Rewe und Penny rund 95 Prozent des konventionellen Schweinefrischfleisch-Sortiments auf deutsche Herkunft um. Die Rewe Group setzt mit dem Bekenntnis zu „5D“ bei Schweinefleisch (Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Zerlegung/Verarbeitung in Deutschland) nach eigenen Angaben ein wichtiges Zeichen zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft.

Bereits Ende 2020 hatte die Rewe Group den Schweinebauern zugesichert, auch weiterhin Beschaffungspreise bei Schweinefleisch zu zahlen, die dem Marktniveau vor Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest und dem damit zusammenhängenden völligen Zusammenbruch des Exportmarktes entsprechen. Ab September wird das Unternehmen diese zusätzlichen Zahlungen noch einmal erhöhen.

„Mit unserem Bekenntnis zur deutschen Herkunft unseres Frischfleischsortiments im Bereich Schwein sowie der Erhöhung unserer Mindestpreis-Zahlungen bekräftigen wir einmal mehr unsere Zusagen für eine langfristige und nachhaltige Stärkung der heimischen Landwirtschaft“, ist Hans-Jürgen Moog, Bereichsvorstand Einkauf der Rewe Group, überzeugt. Rewe stehe zu seinem Wort und gebe seinen Partnern verlässliche und sichere Perspektiven unter anderem bei Mengenabnahmen, bei der Vermarktung und bei den Preisen.