Agrarchemie

Bayer mit Milliardenverlust im zweiten Quartal

aiz
am Mittwoch, 05.08.2020 - 14:00

Rückstellungen für Glyphosat-Vergleich in den USA belasten Konzernergebnis.

Roundup

Leverkusen - Der Pharma- und Agrarkonzern hat im zweiten Quartal 2020 ein deutliches Minus von 9,5 Mrd. Euro im Konzernergebnis verbucht. Grund dafür sind Rückstellungen, allen voran für den Vergleich in der US-Klagswelle bezüglich Glyphosat, aber auch für Rechtsfälle wegen Ernteschäden aufgrund von Verwehungen durch das Pflanzenschutzmittel Dicamba, wegen polychlorierter Biphenyle (PCB) in Gewässern sowie für Streitfälle bei Pharmaceuticals. Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 404 Mio. Euro aus gewiesen. Der Konzernumsatz verminderte sich im abgelaufenen zweiten Quartal währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) um 2,5% auf 10,05 Mrd. Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibung) stieg aufgrund von Zuwächsen im Agrargeschäft um 5,6% auf 2,9 Mrd. Euro.

Umsatz im Agrarsektor gestiegen

Im Detail steigerte Bayer in der Agrarsparte "Crop Science" den Umsatz (wpb.) um 3,2% auf 4,8 Mrd. Euro. Hierzu trugen die Regionen Lateinamerika, Asien/Pazifik und Nordamerika bei. Die Division setzte im Bereich Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften 2,7% mehr um, insbesondere durch erhebliche Mengenausweitungen in Brasilien. Der Zuwachs bei Herbiziden belief sich auf 3,3% aufgrund gesteigertem Absatz und vorgezogenen Käufen in Lateinamerika sowie einem merklich ausgeweiteten Geschäft in Nordamerika. Besonders deutlich legten laut dem Unternehmen Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften zu (+9,3%). Der Bereich erholte sich demnach in Nordamerika durch einen Anstieg der Anbauflächen und Nachfrageverschiebungen aus dem ersten Quartal aufgrund von Unsicherheiten in Verbindung mit COVID-19. In Lateinamerika machte sich ein gesteigerter Marktanteil positiv bemerkbar.

Der Umsatz mit Insektiziden stieg wpb. um 4,5%, weil das Geschäft in den Regionen Lateinamerika und Asien/Pazifik wuchs, teilte der Konzern weiter mit. Den prozentual deutlichsten Rückgang (-5,0%) hingegen gab es im Bereich Gemüsesaatgut. Betroffen war vor allem Nordamerika, wo sich Nachfrageverschiebungen in die Folgequartale und die COVID-19-Pandemie negativ auswirkten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von "Crop Science" erhöhte sich um 28,4% auf rund 1,4 Mrd. Euro. Der Anstieg ist Bayer zufolge im Wesentlichen auf eine beschleunigte Realisierung von Kostensynergien aus der voranschreitenden Integration der erworbenen Geschäfte sowie einen gesteigerten Absatz zurückzuführen.

Erwartungen für das laufende Jahr

Insgesamt ergeben sich in den Prognosen für den Bayer Gesamtkonzern - auch mit Blick auf COVID-19 - für das Jahr 2020 folgende Änderungen: Der Umsatz soll sich nun währungsbereinigt auf 43 bis 44 Mrd. Euro erhöhen. Dies entspricht währungs- und portfoliobereinigt einem Anstieg von 0 bis 1% nach der bisher geltenden Schätzung von etwa 3 bis 4%. Unter Zugrundelegung der genannten Umsätze entspricht dies nun einem währungs-bereinigten EBITDA vor Sondereinflüssen von etwa 12,1 Mrd. Euro (bisher: 12,3 bis 12,6 Mrd. Euro).

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