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Agrarmarkt

Agribusiness erzielt 2019 Rekordumsatz

Roboter
Agra-Europe
am Donnerstag, 23.01.2020 - 09:09

Marktexperten schätzen den Gesamtumsatz der Branche für 2019 auf etwa 233 Milliarden Euro.

Stuttgart - Das deutsche Agribusiness hat sich im Jahr 2019 trotz eines zunehmenden Drucks gut behauptet und sogar neue Rekordumsätze erwirtschaftet. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY und des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre des Agribusiness der Universität Göttingen.

Dank der guten Entwicklung wichtiger Teilbranchen hat das Agribusiness laut der Studie insgesamt einen Rekordumsatz erwirtschaftet. Geschätzt erreichte dieser 2019 den Höchstwert von 232,8 Mrd. Euro. Demnach konnte die Ernährungsindustrie als größte Teilbranche ihren Gesamtumsatz gegenüber 2018 um geschätzte 3 % auf den Rekordwert von rund 185 Mrd. € steigern.

Eine neue Bestmarke haben laut EY auch die Molkereibetriebe und die Fleischwirtschaft erreicht. Die Landtechnikindustrie dürfte dagegen nicht ganz an das Rekordhoch von 2018 herangekommen sein.

Bedeutende Teilbranchen des Agribusiness sind der EY zufolge die Lebens- und Futtermittelindustrie, die Getränkeindustrie, die Landtechnikindustrie, die Saatzuchtindustrie, die Hersteller von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie der Landhandel.

Fleischexport auf Erholungskurs

Zur Fleischwirtschaft berichten die Studienautoren, dass deren Gesamtumsatz dank hoher Schweinefleischpreise um 5,7 % auf
den Rekordwert von 44,9 Mrd. € zugenommen habe. Die Exportquote habe wie schon im Vorjahr bei 24,6 % gelegen. 2019 hätten geschätzt mehr als 127 000 Menschen in der Fleischwirtschaft gearbeitet; das seien 3,3 % mehr gewesen als im Vorjahr.

Rekordausfuhren der Milchwirtschaft

Der Umsatz der Milchwirtschaft ist 2019 der Studie zufolge um schätzungsweise 3,5 % auf 29,1 Mrd. € gestiegen. Getragen worden sei das Wachstum sowohl vom Inlandsumsatz als auch von den Exporten, die beide einen neuen Höchststand erreicht hätten. Wie bereits in den Vorjahren habe die Exportquote damit etwa ein Drittel betragen. Während die Zahl der Betriebe im vergangenen Jahr zurückgegangen sein dürfte, sei die Zahl der Beschäftigten bereits im neunten Jahr in Folge gestiegen. Die Molkereiunternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern hätten insgesamt gut 44 400 Beschäftigte gezählt.

Wettbewerbsstarke Landtechnikbranche

Mit Blick auf die Landtechnikbranche heißt es in der Studie, dass die Marktexperten des Verbandes Deutscher Maschinen- und
Anlagenbauer (VDMA) für das Gesamtjahr 2019 mit einem leichten Umsatzrückgang von etwa 3 % auf 8,4 Mrd. € gerechnet hätten. Das entspreche immer noch dem zweithöchsten Wert überhaupt. Trotz des leichten Umsatzrückgangs sei die Zahl der Beschäftigten 2019 im vierten Jahr in Folge gestiegen, und zwar auf geschätzt 39 890.