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Ausblick der EU-Kommission

Agrarprognose: Eiweißpflanzenproduktion wird steigen

sojafeld
aiz
am Dienstag, 14.12.2021 - 12:12

Im Gegenzug erwartet die EU-Kommission, dass die Getreideproduktion zurückgeht. Gleichzeitig soll auch der Verbrauch schrumpfen.

Die EU-Kommission hat ihren Ausblick auf die EU-Agrarmärkte bis 2031 präsentiert. Darin geht die Behörde davon aus, dass im Jahr 2031 in der EU 276 Mio. t Getreide und damit um 2,5% weniger als im Vergleich zu 2021 produziert werden. Gleichzeitig werde auch der Verbrauch an Getreide in der EU in zehn Jahren auf 255 Mio. t zurückgehen, vor allem weil weniger Futtergetreide gebaucht werde, teilt die EU-Kommission in ihrer mittelfristigen Einschätzung mit.

Beim Export von Getreide bleibe die EU wettbewerbsfähig, müsse sich allerdings mit einer zunehmend starken Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion auseinandersetzen. Dagegen geht die EU-Kommission von einer deutlichen Steigerung der Eiweißpflanzenproduktion um 33% auf 5,2 Mio. t im Prognosezeitraum aus. Die Pflanzen würden aufgrund ihrer agronomischen Vorteile und Marktaussichten weiterhin auf Interesse stoßen und die Erträge bis 2031 voraussichtlich um 14% steigen. Auch der EU-Verbrauch wird im Jahr 2031 über jenem von 2021 gesehen und könnte um 14% auf 5,6 Mio. t anwachsen.

Auch bei der Ölsaatenproduktion soll es aufwärts gehen

Auch bei der Ölsaatenproduktion sieht die EU-Kommission einen leichten Aufwärtstrend, vor allem durch einen Zuwachs bei Sonnenblumen und Sojabohnen. Dagegen stehe die Rapserzeugung vor Herausforderungen durch das Klima sowie Pflanzenkrankheiten. Die EU-Ölsaatenerzeugung 2031 schätzt die EU-Kommission auf 31,2 Mio. t.

Gute Aussichten gibt es für die Produktion von Käse und Geflügel. Der Outlook-Bericht geht von einer Steigerung der Milcherzeugung in der EU um jährlich 0,5% aus. Im Jahr 2031 sollen in der EU 162 Mio. t Milch erzeugt werden. Die erhöhte Erzeugung werde vor allem für die Herstellung von Käse verwendet. Dafür geht die EU-Kommission von jährlichen Steigerungsraten von 0,7% aus. Dagegen wird in der EU weniger Fleisch gegessen. Der Rückgang betreffe den Verbrauch von Rind- und Schweinefleisch, während mehr Geflügelfleisch nachgefragt werde.

Unsicherheit durch Energiepreise

Hohe Energie- und Düngemittelpreise setzen den Landwirten zu, erklärte Tassos Haniotis von der EU-Kommission auf der "Outlook Conference". Schwankungen bei den Energiepreisen zählten zu den großen Unsicherheitsfaktoren in der Agrarbranche. Die Energiepreise hätten sich seit dem Jahresbeginn verdreifacht und lasteten trotz der gestiegenen Erzeugerpreise auf den Einkommen der Landwirte, so der Experte. Die Betriebe müssten jedoch klimafreundlicher produzieren und gleichzeitig die Versorgung absichern. Beide Ziele ließen sich nur durch technischen Fortschritt erreichen.

EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski stellte in seiner Eröffnungsrede zur "Outlook Conference" klar, dass die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nicht zu einer geringeren Erzeugung führen werde. Im Gegenteil, Eco-Schemes für die Präzisionslandwirtschaft oder für die Humusanreicherung im Boden sorgten für eine Steigerung der Erträge. Zudem gebe es mehr Förderung für Kleinbetriebe. Dadurch würden Betriebsaufgaben verhindert und vor allem die Tierhaltung stabilisiert, so Wojciechowski.