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Ukrainekrieg

Agrarimporte: Mehr Sojabohnen aus der Ukraine als erwartet

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 07.07.2022 - 07:53

Auch mehr Sonnenblumenöl kam nach Deutschland. Ufop erwartet aber für 2022 erhebliche Ernteeinbußen in der Ukraine.

Importe aus Ukraine nach DTL_06072022.jpg

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine und insbesondere die Sperrung der Schwarzmeerhäfen hat das Exportvolumen für viele Agrarprodukte spürbar limitiert, aber nicht für alle. So erhielt Deutschland direkt aus der Ukraine von Januar bis April 2022 mit 51.707 t fast die dreifache Menge GVO-freier Sojabohnen.

Auch die Lieferungen von Sonnenblumenöl übertreffen, entgegen der Befürchtungen einiger Marktteilnehmer, mit 43.261 t das Vorjahresvolumen von 36.942 t um 17 %.

Erhebliche Ernteeinbußen zu erwarten

Bei der in Kürze anstehenden Ernte sind nach Einschätzung der Union zur Förderung von Proteinpflanzen e.V. (Ufop) jedoch erhebliche Einbußen möglich. Auch wenn ein großer Teil der ukrainischen Ackerfläche in der Bewirtschaftung gehalten wurde, konnten Landwirte viele Bestände nicht termingerecht bzw. ausreichend düngen und pflegen. Regional mangelt es an Dieselkraftstoff und zudem an Lagerraum, weil die letztjährige Ernte nicht vermarktet werden konnte.

Die Ufop hofft daher auf die vielfältigen Initiativen des Handels und der EU-Mitgliedsstaaten, im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten Unterstützung zu leisten, wenngleich die exportierbaren Mengen über Güterzüge bei weitem nicht den Export durch Schiffe ersetzen können. Grundsätzlich ist laut Ufop offen, ob, und in welchem Umfang die Anbauflächen praxisüblich geerntet und für die kommende Aussaat bestellt werden können.

Nach Auffassung der Förderunion kommt es nun vor allem auf die Raps- und Weizenernten in Kanada und in anderen Ländern an, ob sie den zu erwartenden Ausfall des Angebotes aus der Ukraine kompensieren können werden kann.

Deutliche Einbußen bei Weizen und Raps

Vor allem Massegüter wie Weizen und Raps, die in normalerweise im Umfang von Millionen Tonnen ausgeführt werden, verlassen seit Kriegsbeginn nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) nur noch sporadisch das Land. Deutschland importierte nach jüngsten Angaben des Statistischen Bundesamtes in den ersten vier Monaten des Jahres 2022 rund 113.768 t Ölfrüchte aus der Ukraine und damit knapp 49 % weniger als noch im Januar bis April 2021.

Den kräftigsten Rückgang verzeichneten dabei die Rapslieferungen. Mit 56.579 t wird das Vorjahresvolumen um knapp 72 % verfehlt. Allerdings lag der Importanteil der Ukraine an der deutschen Rapsverarbeitung in den vergangenen Jahren bei vergleichsweise niedrigen 10 %.

Dagegen lieferte die Ukraine in den ersten vier Monaten rund  53.815 t Mais in die Bundesrepublik,46 % weniger als im Vergleichszeitraum 2021.