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Lebensmittel

Agrarhandel besorgt über Versorgungslage

Weizen
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 04.04.2022 - 15:31

Die Lage auf den weltweiten Getreidemärkten ist so angespannt, dass es bei der nächsten Ernte auf jede Tonne Getreide ankommen könnte.

Die sich abzeichnende Frühjahrstrockenheit bereitet dem Agrarhandel ernste Sorgen. Keinesfalls dürfe es im Sommer zusätzlich dazu kommen, dass aufgrund von Energie-Rationalisierungen Erntemengen nicht getrocknet, eingelagert und transportiert werden können. Der Agrarhandels fordert deshalb, dass vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine die Branche weiterhin als systemrelevante einzustufen ist. Die Lage auf den weltweiten Getreidemärkten sei so angespannt, dass es bei der nächsten Ernte auf jede Tonne Getreide ankomme.

Eine zusätzliche Gefahr von Mindererträgen drohe durch die Lieferengpässe bei Düngemitteln. Insgesamt müsse die Sicherung der nächsten Ernte im politischen Diskurs ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Dazu fordert der Agrarhande ebenso spürbare Effizienzgewinne bei der Agrarlogistik, denn Zehntausende Fahrer würden aktuell durch Quarantäne-Maßnahmen sowie den Krieg in der Ukraine fehlen.

Gentechnikfreie Rohstoffe bleiben auf unbestimmte Zeit knapp

Bei Eiweißfutter, wie beispielsweise Rapsschrot, ist Deutschland mit einem Selbstversorgungsgrad von nur etwa 30 Prozent zwingend auf Importe angewiesen. Durch den Ausfall der Ukraine als wichtiger Lieferant „gentechnikfreier“ Rohstoffe müssen zusätzlich erhebliche Maismengen gesichert werden. Insgesamt lässt sich der Bedarf durch Importe aus Nord- und Südamerika trotz deutlich steigender Preise decken. Hier dominieren allerdings gentechnisch veränderte Sorten den Anbau.

Dadurch verengt sich die Verfügbarkeit „gentechnikfreier“ Rohstoffe für den deutschen Futtermittelmarkt. Der Deutsche Raiffeisenverband und der Deutsche Verband Tiernahrung gehen deshalb davon aus, dass die Aufrechterhaltung der Versorgung des breiten Marktes mit „gentechnikfreier“ Ware längerfristig nicht realistisch ist.