Waldnutzung

Wirtschaftswald entzieht Atmosphäre viel CO2

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 29.03.2021 - 16:18

Naturwald entzieht mit höherem Alter der Luft weniger CO2. Dem lässt sich mit der Entnahme von hiebreifen Bäumen entgegenwirken.

Waldnutzung

Die Bäume im Wirtschaftswald bauen (insgesamt mehr) Masse auf und binden so mehr Kohlenstoff pro Jahr und Hektar als im stillgelegten Wald. Wie das funktioniert hat proHolz Bayern in einem Factsheet aufgezeigt.

Stillgelegte Wälder speichern durch ihren hohen Holzvorrat viel Kohlenstoff. Ab einem gewissen Alter wachsen die Bestände allerdings nur noch langsam und entziehen der Atmosphäre kaum mehr neues CO₂. Im Wirtschaftswald wird dieser Verlangsamung durch gezielte Entnahme von hiebsreifen Bäumen entgegengewirkt. Es wird Platz geschaffen und junge Bäume übernehmen wieder die Speicherfunktion. Das im Zuge der Bewirtschaftung entnommene Holz speichert den enthaltenen Kohlenstoff weiterhin. Etwa 50,5 Millionen Tonnen Kohlenstoff sind in Bayern in Holzprodukten gespeichert.

Die Klimaschutzleistung von Holz liegt allerdings nicht allein in der Kohlenstoffspeicherung, sondern auch in der Substitution von fossilen Materialien und Rohstoffen.

Speicherleistung des Waldes

  • 1000 Tonnen CO₂ sind durchschnittlich in einem Hektar bayerischem Wald gebunden.
  • 11 Tonnen CO₂ entzieht der bayerische Staatswald der Atmosphäre umgerechnet pro Hektar und Jahr. Zum Vergleich: der CO₂ Ausstoß auch pro Kopf und Jahr in Bayern beträgt etwa 6,1 Tonnen (Stand 2017)
  • 22 Mio. Tonnen CO₂ werden jährlich durch die stoffliche und energetische Substitution fossiler Rohstoffe und Materialien durch Holz vermieden
  • 181,8 Mio. Tonnen CO₂ speichern die in Bayern im Gebrauch befindlichen Holzprodukte.
  • 2430 Mio. Tonnen CO₂ speichern Bayerns Wälder ungefähr.
  • 28 Der in bayerischen Wäldern gespeicherte Kohlenstoff entspricht der 28-fachen Menge der CO₂-Jahresemissionen Bayerns.
  • 10 Mio. Tonnen CO₂ werden der Atmospähre jährlich durch Bayerns Wäldern entzogen.
  • 13 Mio. Tonnen CO₂ werden jährlich durch die stoffliche Nutzung von Holz gespeichert.
  • 35 Mio. Tonnen CO₂ werden jährlich durch die nachhaltige Nutzung der Wälder in Bayern vermieden oder in Holzprodukten gespeichert. Das ist die 3,5-fache Menge CO₂, die jährlich in den Wäldern Bayerns gespeichert wird.
  • 2,8 Millionen Tonnen Kohlenstoff werden durchschnittlich von Bayerns Wäldern durch Biomasseaufbau jährlich gespeichert.

Stofflicher Kreislauf von Holz

Eine moderne holzbasierte Kreislaufwirtschaft ist nachhaltig und schützt langfristig unser Klima, argumentiert proHolz Bayern. Holz kann im Holzbau, in der modernen Holzenergie und in der holzbasierten Bioökonomie zur Herstellung von z.B.Textilien, Verpackungen, Nahrungsmitteln, Kraftstoffen, Kleber oder Kosmetika eingesetzt werden.

Der natürliche Rohstoff wächst in unseren bewirtschafteten Wäldern nachhaltig nach. Die staatliche und private Forstwirtschaft sichert mit ihrer Arbeit die Sauerstoffproduktion sowie die Kohlenstoffspeicherung durch den heimischen Wald und betreibt damit aktiven Klimaschutz