Wildtiere

Wildunfälle: Vorsicht im Herbst

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Redaktion Wochenblatt
am Mittwoch, 06.10.2021 - 09:33

Die Tage werden kürzer, Wildunfälle wieder wahrscheinlicher. Wie kann man das Risiko senken?

wildwechsel

Die herbstlichen Witterungsverhältnisse, speziell in der Dämmerung, stellen viele Autofahrer vor besondere Herausforderungen. Gerade im Herbst suchen aber auch Wildtiere wie Rot-, Reh- oder Schwarzwild neue Einstände im Wald auf, weil die Felder abgeerntet sind und weder Futter noch Sichtschutz bieten. Und kreuzen dabei regelmäßig öffentliche Straßen.

Autofahrer sollten deshalb speziell in den Morgen- und Abendstunden beim Befahren von Straßen durch Waldgebiete und an Feldrändern besonders vorsichtig sein.

Wenn Wildtiere zu sehen sind: kontrolliert abbremsen, hupen und abblenden. Achtung: Wo ein Wildtier die Straße überquert, folgen oft weitere nach!

Was tun, wenns kracht?

In Deutschland ereigneten sich im Jahr 2019 bundesweit fast 300 000 Wildkollisionen. Der durchschnittliche Wildschaden am KFZ wird dabei mit 2600 € beziffert und üblicherweise durch die Teilkaskoversicherung geregelt.

Was aber tun, wenn es doch zu einem Wildunfall kommt? Ruhe bewahren und die Polizei oder den Jagdausübungsberechtigten, i. d. R. der Jagdpächter, rufen. Ist das Tier tot, warten bis die Polizei eintrifft.

Zudem sollte man nicht versuchen, das Wildtier durch Streicheln oder Zureden zu beruhigen. Das Tier kann in Panik beißen, um sich treten oder mit dem Gehörn schlagen. Ziehen Sie sich einfach zurück und warten Sie in einigem Abstand. Man sollte aber bis zur Klärung am Unfallort bleiben und nicht einfach weiterfahren - auch um dem Tierschutz gerecht zu werden.

Durch Unfälle getötetes Wild muss durch die Gemeinden oder die Straßenbauverwaltung entsorgt werden. In der Regel wird dies aber durch den zuständigen Jagdpächter kostenlos erledigt. Im Schnitt fallen hierbei rund 100 € für Transport, Lagerung und Gebühren für die Tierkörperbeseitigung an. Diese Kosten ersparen die Jäger damit dem Steuerzahler.

Mit Material von ThüringenForst