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Forstbranche

Wegen Holzdiebstahl setzt ForstBW jetzt auf GPS-Tracker

Das Unternehmen ForstBW will zukünftig GPS-Tracker einsetzen, um gegen Holzdiebe vorzugehen.
Jörg Fischer
am Freitag, 26.08.2022 - 11:06

Die Energiekrise weckt Befürchtungen, dass Holzdiebstahl häufiger wird. Aus diesem Grund werden Wege gesucht, um das Stehlen von Holz aus dem Wald zu verhindern. Das Unternehmen Forst Baden-Württemberg (ForstBW) setzt jetzt GPS-Tracker ein, um Holzdieben auf die Schliche zu kommen.

Der Vorstandsvorsitzende von ForstBW, Max Reger, beschreibt die Situation so: „Neben ganzen Langholz-Stämmen stellen wir inzwischen immer häufiger fest, dass Holzdiebe es auch auf Brennholz abgesehen haben. Das Holz wird nicht nur mit Pkw-Anhängern, sondern teilweise auch mit ganzen Lkw-Ladungen illegal abtransportiert. Leider verleiten die steigenden Energiepreise verstärkt zu Diebstahl von Brennholz. Wir setzen auf moderne Methoden, um die Täterinnen und Täter aufzuspüren und zur Anzeige zu bringen.“

Holzdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt

Reger hält fest, dass es sich bei Holzdiebstahl nicht um ein „Kavaliersdelikt“ handelt, sondern eine Straftat. „Um diesem Trend entgegenzustehen, setzen wir bei ForstBW GPS-Tracker ein, anhand derer unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Position des Holzes jederzeit überprüfen können“, so der Forstexperte. „Stellen sie dabei fest, dass sich die Stämme bewegen, obwohl keine Abfuhrfreigabe erteilt wurde, schalten wir direkt die Polizei ein“. Anhand der GPS-Daten lasse sich so direkt feststellen, welchen Weg die Stämme eingeschlagen haben, und wo sie sich zum jeweiligen Zeitpunkt befinden.

„Da es sich um sehr kleine Geräte handelt, können unsere Forstwirtinnen und Forstwirte diese problemlos auch in Brennholz verstecken, das oft aus deutlich schwächeren Ästen und Stammteilen besteht als Bauholz“, erklärt Reger das Vorgehen. Mit geringem Aufwand ließen sich die Tracker so im Holz integrieren, dass sie völlig unsichtbar seien.

Brennholzdiebstahl – ist das wirklich so ein Problem?

Obwohl Brennholz nur als Nebenprodukt bei der nachhaltigen Ernte von Bau- und Industrieholz anfalle, entstehe durch den Diebstahl ein erheblicher Schaden, so Reger. „Wir möchten möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mit erschwinglichem Brennholz aus den heimischen Wäldern versorgen und so dazu beitragen, die Abhängigkeit von Fossilen Energieträgern zu verringern“, erklärt der Vorstandsvorsitzende von ForstBW weiter. „Das kann uns aber nicht gelingen, wenn das Holz regelmäßig entwendet und anschließend illegal weiterverkauft wird. Deshalb ist uns bei ForstBW sehr daran gelegen, diesen Straftaten Einhalt zu gebieten.“

Mit Material von ForstBW