Forst

Wege und Lagerplätze im Blick

on_Holzlagerplatz_B
Jürgen JobstStMELF
am Donnerstag, 25.02.2021 - 12:12

Zum Jahreswechsel wurde die staatliche Förderung von Forstwegen und Holzlagerplätzen verbessert. Hier unser Überblick.

on_Vorbildliche-Entwässerung_B

Eine ausreichende Walderschließung ist die wichtigste Voraussetzung, damit der Wald überhaupt bewirtschaftet werden kann. „Ein Wald ohne Weg ist wie ein Haus ohne Tür“, bringt es eine forstliche Redewendung auf den Punkt. Das gilt in Zeiten häufiger Kalamitäten wie Borkenkäferbefall oder Schneebruch mehr denn je.

Der Neu- und Ausbau von Forstwegen sowie die Anlage von Holzlagerplätzen nach definierten Standards können durch ein Förderprogramm der Bayerischen Forstverwaltung zu attraktiven Konditionen finanziell unterstützt werden. Zum 1. Januar wurden die Fördersätze erhöht und die Fördermaßnahmen erweitert. Hier die Neuerungen im Überblick:

Angehobene Fördersätze

Änderungen ergeben sich bei Grundförderung und Zuschlägen:

  • Der Grundfördersatz beträgt für alle Fördermaßnahmen 70 % der zuwendungsfähigen Kosten, statt bisher 60 %. Das sind in der Regel die Nettokosten für den Bau, die Planung und Bauleitung sowie für die Vermessung eines Weges.
  • Bei schwierigen Baubedingungen wie kleinstrukturierten Besitzverhältnissen in einem Erschließungsgebiet im Bergwald ab 800 m oder im Schutzwald sowie in Erschließungsgebieten, die auf überwiegender Fläche klimawandelbedingt pflege- oder umbaudringlich sind, können jeweils Zuschläge zwischen zehn und 20 % gewährt werden.
  • Bei entsprechenden Verhältnissen ist also nun insgesamt ein Förderhöchstsatz von bis zu 90 % möglich.

Förderung von separaten Nass- und Trockenlagerplätzen

Kalamitäten gehören mittlerweile zur Tagesordnung. Sobald der Schadholzanfall steigt, stellt die Frage nach Lagermöglichkeiten die Waldbesitzer vor immer größere Probleme.

Um den Anreiz für den Bau von Nass- und Trockenlagerplätzen zu erhöhen, können neue Holzlagerplätze ab sofort mit pauschal 80 % der zuwendungsfähigen Kosten gefördert werden.

  • Holzlagerplätze können entfernt vom eigenen Wald förderfähig sein. Sie müssen jedoch immer in einem forstfachlich angemessenen Verhältnis zum Holzanfall in einem bestimmten Einzugsbereich stehen.
  • Auch große Waldbesitzer mit einer Forstbetriebsfläche über 1000 ha werden für diese Maßnahme pauschal mit 80 % gefördert.
  • Alternativ kann auch die Miete bzw. Pacht für entsprechende Lagerflächen für fünf Jahre als förderfähige Kosten anerkannt werden.
  • Um den Holzlagerplatz auch uneingeschränkt für vom Borkenkäfer befallenes oder fängisches Holz nutzen zu können, sollte bei Trockenlagerplätzen ein waldschutzwirksamer Abstand zum nächstliegenden gefährdeten (Fichten-) Waldbestand eingehalten werden. 500 Meter sind hier der Regelabstand.
  • Auch bei Holzlagerplätzen müssen die Maßgaben verschiedener Rechtsbereiche beachtet werden (z. B. Wasserrecht bei Nasslagerplätzen).

Interessierte Waldbesitzer und forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse können sich bei Fragen der Holzlagerung (Nass- und Trockenlager) an das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten oder die Fachberatungsstelle für Holzlagerung der LWF (holzlagerung@lwf.bayern.de) wenden.

---------------