Wegebau im Forst

Waldwege: Schlaglöcher und Erosionsrinnen ade

4-Sanierungsfräse
Helga Gebendorfer
am Donnerstag, 26.11.2020 - 09:19

Über sanierungsbedürftige Wald-und Feldwege hat sich wohl jeder schon mal geärgert. Ein Dienstleister hat bei einer Vorführung gezeigt, nach welchem System er solche Wege saniert – und was wichtig ist, damit Wege möglichst lange halten.

3-Steine zerkleinern mit Steinbrecher

Für eine nachhaltige und sachgemäße Waldbewirtschaftung sind Waldwege unerlässlich. Unerlässlich ist aber auch deren wiederkehrende Sanierung bzw. auch die Neuanlage von Wegen. Denn sie müssen teils enorme Belastungen aushalten und werden auch bei ungünstigen Bedingungen befahren. Aber wie die Schäden an den Waldwegen wieder beheben?

Damit hat sich eine Veranstaltung der WBV Pfaffenhofen, dem zuständigen Landwirtschaftsamt sowie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bei Nietenhausen (Lks. Pfaffenhofen) beschäftigt. Im Mittelpunkt stand dabei die Vorführung der „Hallertauer Wegebausanierung“ aus Kleingundertshausen (Lks. Kelheim). „Wir stellen qualifizierte Mitarbeiter und moderne Maschinen zur Verfügung, wobei die Geräte zum Teil am Schlepper angebaut sind“, erklärte der Chef des mittelständischen Unternehmens, Stephan Daser. Sein Verfahren zur Sanierung von Waldwegen sei meist wirtschaftlicher als der herkömmliche Auftrag von Schotter und schaffe eine optimale Verbindung mit dem bestehenden Untergrund, sagte Daser weiter.

Wirtschaftliche und nachhaltige Sanierung

5-Mit Aufsitzwalze verdichten

Grundsätzlich werden mithilfe des Verfahrens folgende Ziele verfolgt:

  • Regelquerschnitt erhalten bzw. wieder herstellen, um Oberflächenwasser abzuleiten;
  • Schlaglochbildung und Verformungen verhindern;
  • Grasbildung im Bereich des Mittelstreifens unterbinden;
  • Wulstbildung und Aufkommen dichter Vegetation im Bereich der Bankette entgegenwirken, damit ein ungehinderter, rascher Abfluss von Oberflächenwasser erfolgen kann;
  • Erosionsrinnen in Längsrichtung vermeiden.

Wasser muss ungehindert ablaufen können

1-Bankett fräsen

„Für eine dauerhafte Sanierung von Wegen sollte auch das Wegumfeld untersucht und bei Bedarf optimiert werden“, empfahl Daser. Hier gilt es, den Zustand der Lichtraumprofile, der Entwässerungsgräben und der naheliegenden Bankette zu überprüfen. „Mangelhafte Bereiche sollten besser gleich mit instand gesetzt werden, damit sich der Sanierungsaufwand am eigentlichen Weg dauerhaft lohnt.“

Konkret bedeutet das: Den ungehinderten Wasserfluss sicherstellen. Denn feuchte Belagsränder beschädigen Wegränder an Kies- und Schotterwegen. Deshalb sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sich keine Wasserpfützen und Rückstände auf der Wegdecke oder an deren Rand bilden können. Dazu muss das Oberflächenwasser ungehindert ablaufen können. Um dies zu gewährleisten, müssen häufig die Bankette an den Wegrändern aufgearbeitet werden – und mit diesem Arbeitsschritt startete auch die Vorführung.

Arbeitsschritte im Einzelnen

  1. Bankett fräsen: Ein Radlader mit Bankettfräse senkt das Bankett je nach den jeweiligen Gegebenheiten bis zu 30 Grad nach außen ab – egal ob Teer-, Feld-, Flur- oder Forstweg. Dabei werden zunächst überhöhte Bankette abgefräst, das abgefräste Material zerkleinert, das Fräsgut pulverisiert und in ausreichendem Abstand zum Weg wieder ausgeblasen.
  2. Weg aufgrubbern: Mit einem Steingrubber wird dann der Boden (nur die Verschleißschicht von ca. 8 cm) aufgelockert.
  3. Material mit Steinbrecher zerkleinern: Mit dem Steinbrecher wird die vorhandene Verschleiß- bzw. Tragdeckschicht des alten Weges – egal ob Betonsteine, Teer oder ähnliches – gebrochen und auf eine optimale Korngröße von maximal 3 cm aufbereitet.
  4. Durchmischung: Mit der Wegesanierungsfräse wird das neu aufgebrochene Material durchmischt, eine homogene, neue Verschleißschicht hergestellt und zu einem Dachprofil angelegt.
  5. Tragdeckschicht verdichten: Mit einer Aufsitzwalze wird dann die neue Tragdeckschicht durch mehrere Walzübergänge verdichtet und sofort wieder befahrbar gemacht.

Dieses Verfahren sorgt laut Firmenchef Daser dafür, dass alle drei wichtigen Komponenten für die Dauerhaftigkeit eines sanierten Weges stimmen: Ungehinderter Abfluss des Oberflächenwassers, die richtige Körnung des Materials in der Tragdeckschicht sowie die sachgerechte Aufbringung dieser Verschleißschicht.