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Handlungsempfehlungen der LWF

Waldschädlinge: Die Mäusedichte bleibt hoch

Kulturen kontrollieren: Feldmäuse treten in diesem Herbst lokal stärker auf.
Cornelia Tiefenbacher, LWF
am Dienstag, 22.11.2022 - 09:48

Mäuse-Monitoring: Weniger Rötelmäuse, aber lokal mehr Erd- und Feldmäuse

Bereinigter Wühlmausindex an den Monitoringpunkten 2022. Ab Indexwert > 10 ist mit einer Gefährdung durch die Kurzschwanzmäuse zu rechnen.

Die Mäusedichten bewegen sich trotz allgemeiner Abnahme weiterhin auf einem hohen Niveau. Ab einem bereinigten Wühlmaus-Indexwert von 10 (Besatz an Kurzschwanzmäusen der 100 Fallennächte abzgl. Fehlfunktionen und Beifängen) ist auf der Prognosefläche mit einem Schaden durch die Kurzschwanzmäuse zu rechnen.
Wühlmaus: Der errechnete mittlere bereinigte Wühlmausindex 2022 je 100 Fallennächten für Bayern liegt bei 12,0 (14 von 30 Indexwerten > 10). Dies bedeutet, dass in den Wintermonaten lokal starke Schäden auftreten können. Dies betrifft vor allem vergraste Laubholzkulturen aus Wiederaufforstungen. Jedoch können auch Nadelholzkulturen, insbesondere mit Tanne betroffen sein.
Rötelmaus: Der Rötelmausindex sank nach einer hohen Populationsdichte 2021 von 10,4 auf 6,7 (8 von 30 Indexwerten > 10). Die Rötelmäuse profitierten 2021 noch von der starken Fruktifizierung der Buche im Jahr 2020. Die Populationen gingen in diesem Jahr 2022 in vielen Bereichen jedoch wieder deutlich zurück.

Leichter Rückgang: Vergleich der Monitoringergebnisse für Wühlmäuse 2021 und 2022.

Erd- und Feldmaus: Dagegen stieg der Erd-/Feldmausindex leicht von 6,1 auf 7,1 (5 von 30 Indexwerten > 10). Die regionale Zunahme der Erd- bzw. Feldmauspopulationen lässt sich mit der Etablierung der Mäuse mit zunehmender Vergrasung auf den Erst- und Wiederaufforstungen erklären.

Handlungsempfehlungen

Insbesondere in den Bereichen mit hohen Indexwerten >10 sollten wiederholte Sichtkontrollen der gefährdeten Kulturen nach dem vollständigen Abwelken der Begleitvegetation stattfinden. Aber auch in Bereichen mit niedrigen Indexwerten sind Kontrollen zu empfehlen.

Nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis und dem integrierten Pflanzenschutz muss zeitnah vor jeder Bekämpfungsmaßnahme eine Prognose vor Ort durchgeführt werden. Weisen frische Fraßschäden in deutlichem Umfang auf eine Gefährdung durch Kurzschwanzmäuse hin, können auch diese als ausreichende Prognose angesehen werden. Dabei müssen 10 % der Kulturpflanzen geschädigt und hinreichend dokumentiert sein. Eine weitere Prognose durch Schlagfallen oder Steckhölzer kann in diesen Fällen entfallen.

Rodentizide

Die zugelassenen Pflanzenschutzmittel für eine Rodentizidbehandlung können aktuell in der Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit entnommen werden.

Bei der Anwendung eines Rodentizids muss die anwendende Person sachkundig sein. Des Weiteren sind die Anwendungsbestimmungen der einzelnen Pflanzenschutzmittel einzuhalten und die einschlägigen Bundes- und Ländergesetze zu beachten.

Die LWF weist in diesem Zusammenhang auf die „Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung)“ vom 1. 6. 2022 hin. In dieser ist in § 4 ein Anwendungsverbot für zinkphosphidhaltige Pflanzenschutzmittel in bestimmten Gebieten, beispielsweise FFH-Gebieten, ausgesprochen. Nähere Erläuterungen dazu finden sich im Blickpunkt 10/2022 vom 26. 7. 2022. (www.lwf.bayern.de/waldschutz/pflanzenschutz/307567/index.php).