Zustand der bayerischen Wälder

Waldschäden: Atempause für Bayerns Bäume

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 17.11.2021 - 17:15

Der Gesundheitszustand der bayerischen Wälder hat sich nach mehreren, teils verheerenden Trockenjahren in diesem Jahr leicht verbessert.

Der seit mehreren Jahren anhaltende Negativtrend bei Nadel- und Blattverlusten ist zwar zunächst gestoppt, aber es gibt definitiv keine Entwarnung. Zu dem Ergebnis kommt die Waldzustandserhebung 2021 für Bayern. Der Klimawandel stresst den Wald, das zeigen Krisen-Hotspots wie der vom Borkenkäfer geplagte Frankenwald. "Deshalb müssen wir weiter mit Hochdruck am Aufbau klimastabiler Zukunftswälder arbeiten“, sagte Forstministerin Michala Kaniber bei der heutigen Vorstellung der Erhebung.

Bäume profitieren von niederschlagsreichem Frühsommer

Waldschäden

Ausschlaggebend für den leichten Rückgang des Nadel- und Blattverlustes aller Baumarten war der niederschlagsreiche Frühsommer. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Verluste um zwei Prozentpunkte auf rund 26 Prozent zurück. Besonders deutlich fällt die Erholung bei der häufigsten bayerischen Laubbaumart, der Buche, aus. Als vitalste Baumart präsentiert sich die Tanne, die – trotz einer leichten Verschlechterung in den letzten Jahren – seit den 80er-Jahren einen positiven Trend aufweist.

Besonderes Augenmerk legte die Ministerin bei ihrer Vorstellung auf die fränkischen Regierungsbezirke, die auch in diesem Jahr Schadschwerpunkt bleiben. Hier zeigen besonders die beiden Nadelbaumarten Fichte mit 34,5 Prozent in Unterfranken und Kiefer mit 39,6 Prozent in Mittelfranken deutliche Nadelverluste. Beide Baumarten konnten die starken Schädigungen der vergangenen Jahre nicht kompensieren. Doch auch hier gibt es Lichtblicke: Die für den Waldumbau so wichtigen Baumarten Buche und Eiche zeigen auch in den warmen fränkischen Regionen ihre deutlich höhere Toleranz gegenüber trockenen Verhältnissen.