Waldschutz

Waldbrand: Höchste Gefahrenstufe in vielen Teilen Deutschlands

Vorsicht
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 24.04.2020 - 11:05

Angesichts vertrockneter Bäume und großer Mengen Schadholz im Wald warnen die Waldbesitzer vor großer Waldbrandgefahr.

Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, vor einer zunehmenden Waldbrandgefahr. „Die Situation in vielen Wäldern Deutschlands ist dramatisch“, sagte der Präsident, „vertrocknete Bäume und trockenes Unterholz sind ein gefährlicher Brandherd“. Angesichts des großen Ausmaßes an Schäden nach den beiden Dürrejahren 2018 und 2019 komme immer mehr Schadholz hinzu.

In mehreren Bundesländern gilt die höchste Waldbrandgefahrenstufe

Von der Marwitz rät den Kommunen dringend, Notfallpläne zu erstellen. Angesichts der zunehmenden Waldbrände müsste auch die Verstärkung von waldschützenden Maßnahmen in den Focus genommen werden.

Dazu zählten etwa der Ausbau und die Nutzbarkeit des Wegenetzes, das Anlegen weiterer Löschteiche, die regelmäßige Überarbeitung der Katastrophenschutzpläne sowie Verbesserungen bei der Ausrüstung der Feuerwehren. Allradfahrzeuge sowie Schutzkleidung gehörten dazu. Auch der Einsatz von Löschhubschraubern etwa mittels Kooperationen mit privaten Anbietern müsste ins Auge gefasst werden. „Wir müssen uns auf ein größeres Ausmaß bei den Waldbränden einstellen“, sagte von der Marwitz.

Darüber hinaus bittet er die Waldbesucher, in diesen Tagen vorsichtig zu sein. Ein großer Teil der Waldbrände ist auf leichtsinniges Verhalten zurückzuführen. Zu den Regeln zähle, das Rauchverbot im Wald zu beachten, keine Zigaretten aus dem Fenster zu werfen, keinen Müll im Wald zu entsorgen und das Auto nicht im Wald oder in Waldnähe zu parken. Der Katalysator kann bereits ein Feuer verursachen.

Auch Thema im Bundestag

Der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages hat am Mittwoch über die Auswirkungen der starken Frühjahrstrockenheit auf die Forstwirtschaft diskutiert. Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, wies darauf hin, dass für die beiden vergangenen Jahre von einem Schadholzanfall von 160 Millionen Kubikmeter und einer Fläche von 245.000 Hektar auszugehen ist, die wiederbewaldet werden müssen – Tendenz steigend.

Ziel müsse nun sein, durch fachkundigen Waldumbau klimastabile Mischwälder zu schaffen. Zudem müssen die stoffliche und energetische Holznutzung vorangebracht werden – unter anderem durch das Bauen mit Holz.