Klimaschutz

Waldbesitzer betonen Rolle des Waldes

Luftbild
AGDW – Die Waldeigentümer
am Dienstag, 05.01.2021 - 11:18

EU-Klimaziele: Nachhaltig bewirtschaftete Wälder helfen, doch die Grüne Lunge leidet unter Trockenheit und Schädlingsbefall.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben ehrgeizige Klimaziele vereinbart: Um mindestens 55 % wollen die Staaten ihren Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 reduzieren – verglichen mit dem Wert von 1990. Bisher lag dieses Ziel bei minus 40 %.

Die Waldeigentümer in Deutschland heben anlässlich dieser Vereinbarung die Klimaschutzleistung ihrer Wälder hervor. Rechnerisch stehe demnach jedes Hektar Wald zwischen Eifel und Erzgebirge im Jahresdurchschnitt für acht Tonnen absorbiertes CO2: Das entspricht ziemlich genau der Pro-Kopf-Emission pro Jahr und Einwohner in Deutschland.

In Summe erbringen die 11,4 Mio. ha nachhaltig bewirtschafteter Wälder zwischen Bayern und Schleswig-Holstein eine Klimaschutzleistung von jährlich 127 Mio. t CO2.

Auswirkungen des Klimawandels angekommen

Doch die Waldbesitzerverbände warnen mit Blick auf die ambitionierten Klimaziele: „Den permanenten Kraftakt, der hinter diesem Beitrag zur nationalen Klimaschutzanstrengung steckt, können Deutschlands Waldbauern nicht länger alleine stemmen“, betont Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW - Die Waldeigentümer.

Max von Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst ergänzt: „Die Auswirkungen des Klimawandels sind in den Wäldern Deutschlands angekommen und zu einer existenziellen Bedrohung geworden.“ Aktuell liegt die Schadfläche bei rund 285 000 ha, das Schadholz bei 178 Mio. fm.

Betroffen sind alle Baumarten, Laub- und Nadelbäume gleichermaßen; vertrocknete Wälder, Schädlingsexplosionen und Waldbrände sind die Folge. Gleichzeitig leiden viele Waldbesitzer aufgrund niedrigen Holzpreise unter fehlenden Einnahmen für die Wiederbewaldung.

Modell liegt auf dem Tisch

„Es wird höchste Zeit, die Wälder über die Honorierung der Klimaschutzleistung zu stabilisieren und zukunftsfähig zu machen“, heißt es weiter. Ein entsprechendes Modell liege seit längerem auf dem Tisch: Es orientiert sich an dem stofflichen Anteil des zuwachsenden Holzes, der nicht energetisch genutzt wird.

Mit dem festgelegten CO2-Preis von anfänglich 25 € würde die Klimaleistungsprämie danach 112,50 €/Jahr und Hektar betragen. Gemessen am Finanzplan der Bundesregierung, der 26,8 Mrd. € Klimaschutzinvestitionen aus dem Energie- und Klimafonds vorsieht, entspricht die Forderung der Waldbesitzer – bezogen auf 11,4 Mio. ha Wald – nicht einmal 5 %.

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