Resiliente Wälder

Waldbesitz ist breit gestreut

Forst
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 30.03.2021 - 06:24

Waldeigentümer bewirtschaften in Deutschland im Durchschnitt weniger als drei Hektar Wald.

Großflächige Nadelholzplantagen, die auf Kosten der Natur einer intensiven Nutzung unterliegen, das ist so ein Zerrbild mit dem häufig Umweltverbände Stimmung machen. Die Realität sieht hingegen ganz anders aus.  In Deutschland gibt es rund zwei Millionen Waldeigentümern, die im Schnitt weniger als drei Hektar bewirtschaften. Eine breit gestreuter Besitz mit kleinteiligen Flächen - das ist die Realität.

Aufgrund des Klimawandels und der damit verbundenen Belastungen, wie Trockenheit und Hitze, kommen auf diese Vielzahl an Besitzern große Herausforderungen zu. Viele Waldbesitzer müssen bei sinkenden Holzpreisen und schwindenden Einnahmen in den Waldumbau investieren. Und Sie müssen für sich die Frage beantworten, welche Baumarten die nächsten Jahrzehnte überstehen.

Klimaschutzleistung des Waldes honorieren

"Daher brauchen wir besondere Anreize für den Kleinprivatwald, um dessen Engagement im Wald zu erhöhen“, sagt AGDW-Präsident Hans-Georg von der Marwitz. Dazu zähle, dass die zahlreichen Forstlichen Zusammenschlüsse wie Waldgenossenschaften, Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbauvereine gestärkt werden, indem sich möglichst viele Waldeigentümer organisieren. „Die Stärkung dieser Gemeinschaften ist eine zentrale Voraussetzung für die Stabilisierung unserer Wälder und für ihre hohe Biodiversität“, sagte von der Marwitz.

Ein Hebel sei daher die Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes, um für ausreichend Unterstützung zu sorgen. Von der Marwitz machte deutlich, dass die Mittel, die aus der CO2-Bepreisung des Gebäude- und Verkehrssektors eingenommen werden, im Wald richtig angelegt seien. „Wald und Holz sind die besten Klimaschützer“, sagte der Präsident, „wer den Klimaschutz ausbauen und gleichzeitig CO2-Emissionen senken will, muss in den klimastabilen Waldumbau investieren.“

Mir der Waldbewirtschaftung wird nicht nur der Rohstoff Holz zur Verfügung gestellt, sondern auch ein vielfältiger gesellschaftlicher Beitrag erbracht. Die Wälder sind ein wichtiger Erholungsort für die Bevölkerung, sie sind Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sie sind Wasserfilter und Klimaschützer. „Die Wälder sind unsere Lebensgrundlage und damit systemrelevant“, sagte der AGDW-Präsident.