Auflagen

Waldbauern fürchten weitere Beschränkungen

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BLW
am Donnerstag, 03.09.2020 - 14:36

Mit Blick auf den Plan zur Klimaneutralität befürchten Waldbesitzer weitere Auflagen und Einschränkungen ihrer bewährten nachhaltigen Waldwirtschaft.

Das machte Josef Ziegler, Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbands bei einem Gespräch mit der Europaabgeordneten Marlene Mortler in Lauf deutlich. In diesem Gespräch ging es um den Green Deal und die Biodiversitätsstrategie der Europäischen Union sowie um deren Auswirkungen auf die Forstwirtschaft. „Der Mensch, speziell der Waldbesitzer, wird in den aktuellen Plänen der EU nicht berücksichtigt. Im Zentrum steht die Biodiversität und nicht – nach dem für uns selbstverständlichen anthropozentrischen Ansatz – der Mensch“, macht der Präsident deutlich.

700.000 Waldbesitzer in Bayerin

In Bayern gebe es 700.000 Waldbesitzer, die mit ihrer Arbeit im und für den Wald für Vielfalt sorgen. Damit speichere Bayern 18 Mio. t CO2 jährlich allein durch den Wald. „Das sind 23 Prozent sämtlicher CO2-Emissionen der bayerischen Bevölkerung“, so Ziegler weiter. „Die Land- und Forstwirtschaft ist die Wunderwaffe unserer grünen Zukunft“, pflichtet ihm Mortler bei. Kein anderer Wirtschaftssektor könne sowohl Sauerstoff produzieren als auch Kohlenstoffdioxid binden.

Problematisch beim Green Deal beziehungsweise der Biodiversitätsstrategie sind laut Ziegler die Ausweisung neuer Schutzgebiete und die damit verbundenen Stilllegungsquoten. Es würden neue Flächen unter Schutz gestellt und kein Mensch wisse, wie diese Unterschutzstellung konkret aussehen soll. Außerdem finde Holz als nachwachsenden Rohstoff nicht genügend Beachtung. „Hier fehlt ein deutliches Bekenntnis der EU zu Holz als Rohstoff in seiner energetischen und stofflichen Verwendung“, betonte er.