Forstschutz

Wald: Weitere Zuspitzung bei Pflanzenschutzmitteln erwartet

Sturmschäden-Wald-Österreich
Stefan Huber, LWF
am Donnerstag, 29.10.2020 - 13:57

Zum 31. Oktober 2020 enden voraussichtlich die Zulassungen einiger Pflanzenschutzmittel

Betroffen sind Mittel zur Borkenkäfer-, Rüsselkäfer- und Läusebehandlung. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Mittel:

  • „Cyperkill Forst“ und „Forester“. Diese beiden Präparate können sowohl gegen die holz- und rindenbrütende Borkenkäfer, als auch gegen den Rüsselkäfer verwendet werden.
  • Des Weiteren läuft die Zulassung für die beiden Mittel „Pirimax“ und „Pirimor Granulat“ zur Läusebekämpfung aus.
Rechtlich greifen ab dem Tag des Zulassungsendes die gesetzlichen Abverkaufs- und Aufbrauchfristen.Pflanzenschutzmittel, die sich bei Zulassungsende bereits im Handel befinden, können somit voraussichtlich bis zum 30. April 2021 für weitere 6 Monate vertrieben werden.
Die Anwender haben die Möglichkeit, ihre Restbestände innerhalb von 18 Monaten, also bis zum 30. April 2022, aufzubrauchen. Nach jetzigem Kenntnisstand ist die weitere Anwendung dieser Mittel über die genannten Fristenden hinaus verboten!

Nur noch ein Insektizid im Wald zugelassen

Die genannten Fristen gelten ebenfalls für sämtliche durch den Parallelhandel in Verkehr gebrachte PSM, deren Referenzmittel eines der aufgeführten Präparate ist. Die Lage im Bereich der Pflanzenschutzmittel im Wald wird sich damit weiter verschärfen, denn mit den Wegfall der oben genannten Präparate gibt es dann nur noch ein zugelassenes Insektizid für die Polter- und Rüsselkäferbehandlung..
Im Zuge der Änderung des Bayerischen Naturschutzgesetzes wurde der Artikel 23 a eingefügt („Versöhnungsgesetz“). Dieser regelt den Pestizideinsatz in Naturschutzschutzgebieten, gesetzlich geschützten Landschaftsbestandteilen und in gesetzlich geschützten Biotopen außerhalb von intensiv genutzten land- und fischereiwirtschaftlichen Flächen. Durch die Einführung des Artikels ist auf diesen Flächen eine Behandlung mit einem Pestizid im Sinne des Art. 3 Nr. 10 der Richtlinie 2009/128/EG grundsätzlich verboten.

Ausnahmen nur durch Naturschutzbehörde

Der Pestizidbegriff aus der EG-Norm umfasst sowohl Pflanzenschutzmittel als auch Biozide. Pflanzenschutzmittel beinhalten sowohl Insektizide, Rodentizide, Herbizide und Fungizide, als auch Wildverbissschutzmittel. Für die genannten Schutzkategorien im Wald fallen also beispielsweise die Optionen der Polterbehandlungen und der Rüsselkäferbehandlung weg. Zudem ist auch eine Behandlung mit Repellents gegen Wildeinfluss unzulässig. Eine Ausnahme kann nur durch die zuständige Untere Naturschutzbehörde erteilt werden.