Klimawandel

Wald: Fair Trade sieht anders aus

Hans Ludwig Körner
am Donnerstag, 27.08.2020 - 13:17

Wald und Waldbesitzer sind die Opfer des Klimawandels, ohne dafür verantwortlich zu sein. Die Untersützung ist zu gering.

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Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Aktuell geht das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium von 285.000 Hektar Waldfläche aus, die wieder aufgeforstet werden muss. Die seit 2018 angefallene Schadholzmenge ist auf rund 178 Millionen Kubikmeter angestiegen (Bayern 17.803 ha und 26,5 Millionen Kubikmeter). Auslöser der Schäden ist der Klimawandel. Wald und Waldbesitzer sind die Opfer seiner Folgen, ohne dafür verantwortlich zu sein.

Den Waldbesitzern tränen die Augen, wenn sie vor den Ruinen ihres Waldes und damit ihrer Arbeit stehen. Auf der anderen Seite gehen zum Beispiel im Export die US-Nadelschnittholzpreise durch die Decke. Aktuell können auf dem US-Markt 408 €/m³ erlöst werden. Fair Trade sieht anders aus. Aktuell legt der bayerische Waldbesitzer noch Geld drauf, damit andernorts Traum-Erlöse erzielt werden können. Und die angekündigten Bundeshilfen sind nicht in Sicht. Biodiversität und Verordnungsdschungel in der EU-Bürokratie verhindern schnelle und konstruktive Hilfen.

Green Deal hat es in sich

Und es wird noch schlimmer kommen: Der europäische Green Deal kündigt eine Biodiversitätsstrategie an. Die hat es in sich. Noch mehr streng geschützte Gebiete sollen ausgewiesen werden – von derzeit drei Prozent auf zehn Prozent der EU-Landfläche. Ob wir diese noch bewirtschaften oder gar betreten dürfen, ist heute völlig offen. Neue Begrifflichkeiten werden geschaffen und diese Begriffe werden der Auslegung durch die Bürokratie überlassen – ohne die Praktiker. Unser Eigentum ist bedroht. Dem wachsenden EU-Frust wird damit nicht begegnet. Dennoch, beherzigen Sie die Praxistipps in diesem Heft für Ihren Wald.