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Waldnutzung

Es wächst mehr Holz nach als eingeschlagen wird

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Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Donnerstag, 03.02.2022 - 15:35

Zahlen der Bundeswaldinventur und der Holzeinschlagsstatistik zeigen für die Jahre 2002 bis 2012, dass jährlich mehr Holz wächst als eingeschlagen wird.

Bayern ist mit 2,6 Millionen Hektar Wald das Bundesland mit der größten Waldfläche in Deutschland. Der Wald als Lebensraum und Ökosystem gehört nach der Landwirtschaft zur zweithäufigsten Landnutzungsform. Daher stellen Art und Umfang der Waldbewirtschaftung einen bedeutenden Aspekt nachhaltiger Entwicklung in Bayern dar.

Ein wichtiges Maß für forstwirtschaftliche Nachhaltigkeit ist die Gegenüberstellung von Holzzuwachs und Holzentnahme. Dieser Indikator beschreibt die grundsätzliche Überlegung, nur so viel an Holz zu nutzen wie auch nachwächst.

Nach den Zahlen der Bundeswaldinventur und Holzeinschlagsstatistik wächst für den Zeitraum von 2002 bis 2012 jährlich mehr Holz nach als eingeschlagen wird. Unterschieden wird zwischen regulärem Holzeinschlag und Schadholzeinschlag.

Waldbericht von 2012 bis 2022 ist in Erarbeitung

Seit 2016 stieg der Schadholzeinschlag aufgrund von Wind-, Sturm-, Schnee- und eisbedingten Schäden sowie Insektenbefall deutlich an. Die aktuelle Fortschreibung der Bundeswaldinventur zeigt ab 2013 entsprechend einen Zuwachs.

Die vierte Bundeswaldinventur für die Jahre 2012 bis 2022 ist noch in Arbeit. Um die Baumbestände dennoch stabil zu halten, werden die Erntemengen und Nutzung des Rohstoffs Holz angepasst. So wurden über die Hälfte (52 Prozent) der Baumarten zwischen den Jahren 2007 und 2020 als Stammholz für Bretter oder Holzbalken eingesetzt. Weitere 37 Prozent sind als Energieholz in Form von Scheitholz und Hackschnitzel eingesetzt worden. Etwa sechs Prozent fanden den Weg als Industrieholz in die Papier- und Zellstoff Fertigung. Die übrigen fünf Prozent gehören zum nicht verwertbaren Holz.