Sturm Fabian

Unwetter - Schäden vor allem im Steigerwald

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Karola Meeder
am Donnerstag, 27.09.2018 - 15:08

Fabienne wütete bayernweit, besonders stark aber im Landkreis Bamberg

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Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang gab Sturmtief Fabienne vergangenen Sonntag den Auftakt zur Herbststurmsaison – und sorgte für ziemliches Chaos in Bayern: Flugausfälle, gesperrte Bahnstrecken, Stromausfälle, entwurzelte Bäume und beschädigte Dächer. Leider forderte Fabienne auch ein Todesopfer.

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Die Bilder von Kolle noch im Kopf, haben wohl auch viele Waldbesitzer während des Sturmes sorgenvoll an ihre Bestände gedacht – vereinzelt leider mit Recht. Denn nach Aussage der bayerischen Forstwirtschaftlichen Vereinigungen (FV), kam es bayernweit zu einzelnen Wurfnestern. Abgesehen von diesen sehr lokalen Schadereignissen, berichten die meisten FV aber lediglich von Einzelwürfen – im Großen und Ganzen also nur geringe Schäden im Wald.

Anders ist das im Steigerwald. Hier bildete sich scheinbar eine Art Tornado und hinterließ im Landkreis Bamberg eine Schneise der Verwüstung. Schlagzeilen machten vor allem Ebrach mit einem Todesopfer und Untersteinach mit besonders hohen Gebäudeschäden.
Und auch den Wald hat es getroffen. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF), die den Staatswald im Steigerwald bewirtschaften, gehen von einem Schadholzanfall von rund 25 000 fm aus. Besonders getroffen habe es den oberen Steigerwald mit den Revieren Burgwindheim und Winkelhof. „Es müssen Windgeschwindigkeiten von 150 bis 180 km/h geherrscht haben“, erklärt Fabian Löchner, Revierleiter des Reviers Winkelhof.
Bemerkenswert sei auch, dass die Bäume alle paar Meter in eine andere Richtung liegen. Außerdem habe es auch sehr viel Laubholz getroffen. Die BaySF gehen davon aus, dass rund die Hälfte der Sturmwurfmenge auf Laubbäume entfällt. Löchner betont, dass es sich zwar um ein starkes, aber lokal sehr begrenztes Schadereignis handle. So blieben sieben von neun Revieren verschont.
Das Forstamt Bamberg berichtet, dass es auch in den Privat- und Gemeindewäldern zu flächigen Würfen gekommen ist. Man geht jedoch von einer geringeren Schadholzmenge aus, als die BaySF für ihre Flächen veranschlagt haben.
Birgitt Ulrich, Geschäftsführerin der FV Unterfranken, schließt sich der Einschätzung der anderen FV an, dass es in der Fläche hauptsächlich zu Einzelwürfen gekommen ist. Bei Kitzingen jedoch gebe es ein größeres Schadereignis. Genaue Angaben seien zwar noch nicht möglich, die Schadholzmenge in diesem Gebiet läge aber weit unter den von den BaySF veranschlagten 25 000 fm. „Trotz der angespannten Marktlage, werden die anfallenden Holzmengen über die normalen Wege vermarktet werden können“, ist sie sicher. Sie warnt vor Schwarzmalerei und betont, dass es sich um kleinräumige Schadereignisse handle – was die Lage für die Betroffenen natürlich nicht weniger schlimm mache. K. M.

Auch Laubholz betroffen

Im Gegensatz zu früheren Sturmereignissen, die vor allem die Fichte betroffen haben, entfällt diesmal die Hälfte der Sturmwurfmenge auf Laubbäume. Das teilen die BaySF in ihrer Pressemitteilung zu den Schäden im Steigerwald mit. Dabei nehme die Buche den höchsten Anteil ein. Vor allem auf den tonig-lehmigen Keuperböden wurzeln Buchen oft nicht tief genug und sind bei Sommerstürmen besonders gefährdet. Auch könnte die lange Trockenheit dieses Sommers zur mangelnden Festigkeit der Buchenwurzeln beigetragen haben.

Das Laubholz wird qualitätsdifferenziert an die regionalen Laubholzsägewerke verkauft. Glück im Unglück sei, dass der Sturm zu Beginn der Holzeinschlagsaison aufgetreten ist, die Holzmenge im Rahmen der geplanten Einschlagsmenge (100 000 fm) liegt und auf eine hohe Nachfrage auf dem Laubholzmarkt trifft.

Der Forstbetrieb wird bei der Aufarbeitung abgebrochene Laubbäume als Hochstubben stehen lassen. Denn Laubholzstubben mit einer Höhe von 3 – 6 Meter bieten in wenigen Jahren Wohnung und Nahrung für Spechte, Holzkäfer und Pilze.

Des Weiteren werden einzelne Laubbäume mit ihren hochragenden Windwurftellern nicht aufgearbeitet. Auch stark gesplittertes Holz verbleibt im Wald um so zum Schutz der Artenvielfalt beizutragen.