Österreich

Trockenheit und Borkenkäfer gefährden die Wälder

Wald
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 11.05.2020 - 13:46

Trockenheit und Borkenkäferbefall setzen dem Wald zu. Das führt zu einem massiven Anstieg der Schadholzzahlen.

Knapp die Hälfte (rund 48%) der Gesamtfläche von Österreich ist Wald. Die Wälder erbringen vielfältige gesellschaftliche, ökologische aber vor allem auch wirtschaftliche Leistungen:

  • Der Wald hat in den letzten zehn Jahren durchschnittlich um 3.400 ha je Jahr zugenommen - das entspricht 4.762 Fußballfeldern.
  • Die Wertschöpfungskette Forst-Holz bietet in über 172.000 Betrieben rund 300.000 Menschen in Österreich Einkommen.
  • Nicht nur für die menschliche Gesundheit ist der Wald unentbehrlich, sondern auch für den Klimaschutz.
  • Jede Sekunde wächst ein Kubikmeter Holz in Österreichs Wald nach, somit bindet der Wald jede Sekunde 250 kg Kohlenstoff bzw. 1.000 kg CO2.

Steigende Schadholzzahlen

Durch die enorme Trockenheit und wochenlang fehlenden Niederschläge sind die Wälder in Österreich in ernster Gefahr. Bereits seit 2017 zeigt sich ein Defizit in der Jahresniederschlagssumme in Oberösterreich, in Niederösterreich, im Burgenland und in weiten Teilen der Südsteiermark. In Bezug auf die Jahresniederschlagssumme fehlten in diesen Regionen seit ungefähr drei Jahren zwischen 15 und 30 Prozent Regen im Mittelwert.

Der Klimawandel verschärft somit die Situation zusehends und zusätzlich sind durch Trockenheit geschwächte Bäume anfälliger für den Borkenkäfer. Damit steigt mit der Trockenheit der Borkenkäferbefall und das führt zu einem massiven Anstieg der Schadholzzahlen:

  • 2019 sind österreichweit aufgrund von Borkenkäfer rund 4,3 Mio. Festmeter Schadholz angefallen, davon alleine 2,2 Mio. in Niederösterreich.
  • Rund 62% der gesamten österreichischen Holzernte sind 2019 auf Schadholz zurückzuführen.
  • In den vergangenen Jahren hat der Borkenkäfer alleine in Niederösterreich auf einer Fläche von rund 20.000 ha gewütet und das entspricht der Hälfte der Fläche der Stadt Wien.
  • Rasche Aufarbeitung von befallenen Bäumen und schneller Abtransport sind nun entscheidend, um weitere Ausbreitung des Borkenkäfers einzudämmen.

Vereinbarungen mit der Sägeindustrie

Bund, Länder, Gemeinden, Industrie und Forstwirte müssen nun nach Ansicht des österreichischen Landwirtschaftsministeriums nnun an einem Strang ziehen, um weitere katastrophale Auswirkung des Borkenkäfers in den österreichischen Wäldern zu verhindern.Zu den getroffenen Maßnahmen zählen Vereinbarungen mit  der Sägeindustrie erreicht werden. Diese umfassen:

  • Sofortmaßnahme: Zusage von Abnahmen von zusätzlich 200.000 Festmeter Schadholz bis Ende Mai.
  • Kontinuierliche Schadholzabnahme und Reduktion der Importe während der Zeit mit Schadholzanfall.
  • Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Forstwirtschaft und Sägeindustrie bezüglich Datenmanagement.
  • Einrichtung von Lagerkapazitäten bei Nasslagern, um Schadholz für längere Zeit lagern zu können.