Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Wald

Tipps zum Aufarbeiten von Käferholz

Borkenkäfer
Sepp Kellerer
Sepp Kellerer
am Freitag, 26.08.2022 - 09:50

Der Borkenkäfer profitiert vom heißen und trockenen Sommer. In welchen Entwicklungsstadien muss wie reagiert werden?

Borkenkäfer

Die interaktive Karte des Borkenkäfermonitorings in Bayern (www.fovgis.bayern.de/borki) ist beim Buchdrucker zum überwiegenden Teil rot eingefärbt.

Für die Waldbesitzer bedeutet dies, sie müssen ihre Fichtenbestände intensiv kontrollieren und wo ein Befall festgestellt wird, unverzüglich handeln. Befallene Bäume sind umgehend zu fällen und mitsamt der Rinde aus dem Wald zu transportieren. Ein Zurückfliegen der Käfer in einen Fichtenbestand ist dann einigermaßen auszuschließen, wenn das Holz mindestens 500 m von den nächsten Fichten entfernt ist.

Sollten mehrere Befallsnester vorhanden sein, so kann man entsprechend einer Übersicht der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) die Reihenfolge der Aufarbeitung ein Stück weit nach den Entwicklungsstadien einteilen.

  • Werden am befallenen Baum Bohrmehl gefunden und ist eine Rammelkammer vorhanden, dauert es etwa sechs Wochen bis die neuen Käfer ausfliegen.
  • Ist im Kambium bereits ein Muttergang vorhanden und werden Eier gefunden, so dauert es noch rund vier Wochen bis zum Ausflug der Jungkäfer.
  • Werden bereits weiße Larven gefunden, so ist der Ausflug nach etwa drei Wochen zu erwarten.

In all diesen Stadien ist trotzdem ein unverzügliches Fällen und Abfahren der Stämme zu empfehlen, weil so der Wiederausflug der Altkäfer und die Anlage von Geschwisterbruten verhindert werden können. Mit Entrinden kann in diesen Entwicklungsstadien der Nachwuchs der Borkenkäfer bekämpft werden.

  • Sind in den befallenen Bäumen (weiße) Puppen des Käfers zu finden, so verbleiben bis zum Ausflug noch zwei Wochen. Auch hier sind maschinelle und händische Entrindung noch wirksam.
  • Werden (sehr helle) Jungkäfer vor dem Reifungsfraß gefunden, so verbleibt noch eine Woche bis zum Ausflug. Hier ist nur noch die maschinelle Entrindung sicher wirksam, weil die Insekten den Rindenhaufen nicht verlassen und ihnen dort die Nahrung entzogen wird. Hitze und Gärprozesse töten die Käfer ab. Kann nur manuell entrindet werden, so müsste die Rinde verbrannt werden, was aber bei der herrschenden Trockenheit nicht zu empfehlen ist.
  • Werden hellbraune Jungkäfer entdeckt, so sind diese ausflugbereit und es bleibt nur noch die sofortige Abfuhr des Holzes in Rinde.
  • Beim inzwischen fortgeschrittenen Jahresablauf dürfte das Auffinden sogenannter verzettelter Bruten recht häufig sein. Das heißt, es finden sich alle Entwicklungsstadien der Käfer nebeneinander. Auch dann hilft nur eine sofortige Abfuhr der Stämme aus dem Wald, und zwar, das sei hier noch einmal wiederholt: mindestens 500 m vom nächsten Nadelholzbestand entfernt.