Agrarförderung

Prämie für Waldbauern startet

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 17.11.2020 - 12:54

Ab Ende der Woche können Waldbauern die Nachhaltigkeitsprämie beantragen. Das sind die Bedingungen.

Mischwald

Waldbauern können ab Ende der Woche die seit Sommer angekündigte Nachhaltigkeitsprämie von 100 €/ha beantragen. Der Bund stellt dafür aus dem Coronakonjunkturpaket 500 Millionen Euro zur Verfügung, um die Waldeigentümer direkt zu unterstützen. Die von Bundesministerin Julia Klöckner gezeichnete Förderrichtlinie wird am Freitag, 20.11. im Bundesanzeiger veröffentlicht. 

Voraussetzung für den Erhalt der Prämie ist eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung der Waldfläche nach den Programmen PEFC oder FSC. Die Zertifizierung können Waldbauern bis zum 30. September 2021 nachreichen, so das Ministerium. Eine Auszahlung der Prämie erfolgt, wenn die Zertifizierung vorliegt.

    Beantragung online möglich

    Die Nachhaltigkeitsprämie beträgt 100 Euro pro Hektar und richtet sich an private und kommunale Waldbesitzer, die mindestens 1 Hektar Waldfläche besitzen. Anträge können natürliche und juristische Personen bis zum 30. Oktober 2021 stellen. Die Antragstellung erfolgt in einem Online-Formular auf der Webseite www.bundeswaldpraemie.de.

    Die Auszahlung der Prämie muss bis Ende 2021 abgeschlossen sein, da es sich um Mittel aus dem Corona-Konjunkturprogramm handelt. Die Förderung fällt unter die de-Minimis-Regelung.Maximal sind so 200.000 € pro Betrieb möglich.

    Wert auf unbürokratische Hilfen gelegt

    Der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist wichtig, dass die Hilfen schnell und unbürokratisch abfließen können und an eine forstwirtschaftliche Nutzung gebunden sind. Denn eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder schützt das Klima, sichert die Biodiversität und liefert den klimafreundlichen Rohstoff Holz.

    "Das BMU hatte demgegenüber gefordert, dass auch stillgelegte Waldflächen gefördert werden sollten, konnte sich aber mit dieser Forderung nach längeren Verhandlungen nicht durchsetzen,“ erklärt Agrarsprecher Albert Stegemann die Verzögerung beim Antragsstart. Schließlich soll die Prämie die Liquiditätsengpässe der Waldbauern lindern.

    Forstsprecher Alois Gerig (CDU) ist froh, dass das dringend benötigte Geld nun freigegeben ist und so dem wichtigen Waldumbau und den Aufforstungsmaßnahmen zu Gute kommt. "Dafür haben wir in Berlin gekämpft. Denn ein gesunder und klimastabiler Wald ist zwar wichtig für uns, aber noch wichtiger für unsere Kinder und Enkel", so der Forstsprecher. Dass so viel Geld in so kurzer Zeit fließen kann, war laut Gerig ein juristisch komplexes Unterfangen. Hier habe das Ministerium ganze Arbeit geleistet.

     

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