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Kommentar

Eine politisch beschlossene Lüge

Fichten im Wald
Hans Ludwig Körner, Bayerischer Waldbesitzerverband
am Freitag, 28.10.2022 - 09:05

Dem Holz die Erneuerbarkeit abzuerkennen, gefährdet für Hans Ludwig Körner den Walderhalt und Waldumbau.

Ein forstpolitischer KommentarvonHans Ludwig KörnerBayerischer Waldbesitzerverband

Ein weiteres Mal muss ich zur Erneuerbaren Energien Richtlinie der EU (RED III) Stellung nehmen: Holz aus der Waldbewirtschaftung soll nicht mehr als erneuerbar gelten. Eine politisch beschlossene Lüge.

Wir wissen, die Aberkennung der Erneuerbarkeit für Holz gefährdet Walderhalt und Waldumbau. Die Streichung von Waldholz als erneuerbarer Energie- und Wärmeträger vereitelt die dezentrale Wärmewende, diskriminiert den ländlichen Raum und negiert die hohe Verfügbarkeit aufgrund des Waldumbaus.

Unser Aufschrei als Wald- und Ofenbesitzer muss und wird jetzt lautstark kommen. Rütteln wir die politischen Vertreter auf allen Ebenen wach! Energieholzsortimente aus der Waldwirtschaft sollen sukzessive den Status als erneuerbare Energie verlieren. Scheitholz aus dem Wald wäre nicht mehr erneuerbar. Dagegen blieben es Hackschnitzel aus dem Sägewerk. Im Ergebnis entfiele eine Förderung von Anlagen und es droht eine CO2-Abgabe für Brennholz und Wald-Hackschnitzel bis hin zum Verbot von Brennholz.

Denn der Waldumbau hin zu wärmetoleranten Baumarten und die Borkenkäfer-Bekämpfung erhöhen die Verfügbarkeit von Energie-Holz. Die Borkenkäfer-Bilanz macht das deutlich. Und Energieholz ist der Motor des Waldumbaus – insbesondere im Kleinprivatwald. In 2,7 Mio. bayerischen Feuerstätten werden 31 % der erneuerbaren Energie erzeugt. Sie alle sind betroffen – vom privaten Ofenbesitzer bis zum kommunalen Heizwerk. Unser Holz ist regional verfügbar, es besteht Versorgungssicherheit und es macht ein Stück weit unabhängig von fossilen Importen.

Wer derartige Pläne verfolgt, führt einen Angriff auf die Waldbewirtschaftung und das Waldeigentum. Bitte informieren Sie alle politischen Entscheidungsträger vom Gemeinderat bis zum Parlamentarier von diesen gefährlichen Fehlentwicklungen.