Kalamitäten

Neuer Wald muss entstehen

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Hans Ludwig Körner, Bayerischer Waldbesitzerverband
am Donnerstag, 27.06.2019 - 10:08

Das Lebenswerk ganzer Generationen von Waldbesitzern und mit ihm die vielfältigen Leistungen des Waldes stehen vor der Vernichtung.

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Leider können wir keine Entwarnung geben. Erwartungsgemäß hat sich die Situation für die Waldbesitzer in Bayern flächig verschlechtert. Im Fokus steht natürlich die dramatische Situation in den vom Borkenkäfer befallenen Fichtengebieten.

Aber vergessen wir nicht die Kiefernregionen der Oberpfalz und Franken. Hier zeigen sich auf der ganzen Fläche die Auswirkungen der Dürre der vergangenen Jahre. Uns erreichen aber auch Meldungen über abgehende Altbuchen und -tannen. Weitere Schadinsekten und Schadbilder könnte ich aufzählen.

Was bedeutet das für die Forstwirtschaft und die Waldbesitzer in Bayern? Viele Fragen ohne Antworten stehen derzeit im Raum. Was soll mit dem Schadholz passieren? Der Holzmarkt kann dies nicht mehr aufnehmen. Er fällt als Partner und Stütze des Waldschutzes aus. Ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden droht.

Das Lebenswerk ganzer Generationen von Waldbesitzern und mit ihm die vielfältigen Leistungen des Waldes stehen vor der Vernichtung. Wie schaffen wir es, einen sicheren Waldschutz aufrechtzuerhalten? Bei Aufarbeitungskosten, die den Erlös übersteigen, ist dies nicht möglich. Viele Waldbesitzer resignieren und überlassen ihren Wald dem weiterfressenden Käfer. Dabei muss es einfach weitergehen; neuer Wald muss entstehen.

Lernen wir und die Gesellschaft aus diesen Erfahrungen? Werden wir in Zukunft eine griffige Schadensrichtlinie haben? Schaffen wir es, bei der Politik Gehör zu finden für eine Wirtschaftsweise, die sich weder an Quartalsberichten noch Legislaturperioden orientiert – und auch nicht daran orientieren kann?

Ein feuchter, kühler Sommer, der eigentlich nicht mehr zu erwarten ist, könnte uns etwas Luft verschaffen. Die Folgeschäden bestehen aber bereits jetzt und sind nicht mehr abzuwenden.