Wald

Neuentwicklung für die Wegepflege

Schwemmschäden_B
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Redaktion Wochenblatt
am Montag, 27.09.2021 - 11:13

Der Rotationsgrader vereinfacht die Pflege und Sanierung von Forstwegen.

Forstwege Sanierung

Die Starkniederschläge in diesem Jahr haben gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Wasserableitung an Forstwegen ist. Heftige Regenfälle führen oft zu Ausschwemmungen am Wegekörper. Gerade ungepflegte oder sehr alte Wege ohne ein funktionierendes, sogenanntes Uhrglasprofil, das Wasser rasch zu den Seiten ablaufen lässt, sind sehr anfällig für solche Schwemmschäden.

Aber was, wenn so ein Schaden entstanden ist? Bisher mussten solche Sanierungen oft aufwendig mit mehreren Maschinen und unter Zugabe von teurem Tragschicht- und Deckschichtmaterial durchgeführt werden. Seit kurzem gibt es für die Wegepflege und -sanierung eine Neuentwicklung als Dreipunktanbaugerät an einen Schlepper – den sogenannten Rotationsgrader.

Walzen bereiten Wegmaterial neu auf

Rotationsgrader_B

Im Gegensatz zu Wegepflegegeräten für den regelmäßigen Wegeunterhalt an Deckschicht kann der Rotationsgrader auch bei stärker beschädigten Wegen für eine Sanierung eingesetzt werden.

Herzstück dieser Neuentwicklung ist eine zur Fahrtrichtung gegenläufige Walze, die anstelle eines Planierschildes das ausgeschwemmte Wegebaumaterial frisch aufbereitet. Aufgeschweißte Mitnehmerleisten auf der Walze lockern, mischen und verteilen das Gesteinsmaterial und profilieren den Weg neu. Oft lässt sich so das Aufbringen von neuem Wegbaumaterial vermeiden.

Durch Verstellmöglichkeiten kann das Gerät an jedes Wegeprofil angepasst werden. Die Arbeitstiefe wird über das heckseitig angebrachte Planierschild gesteuert. Zusätzlich befindet sich an der Seite ein klappbares Räumschild, das auch stärker verwachsene Wegränder säubert. Alle Einstellungen der Maschine werden auf einem Bildschirm in der Fahrerkabine angezeigt.

Dauereinsatz ist abzuwarten

Den Arbeitsfortschritt und den Materialfluss überwacht der Fahrer über eine Rückfahrkamera und die Seitenspiegel. Er kann dadurch in ergonomisch günstiger Position sofort eingreifen oder die Einstellungen nachjustieren. Je nach Zustand des Weges sind dabei mehrere Überfahrten notwendig.

In Verbindung mit einer an der Fronthydraulik des Schleppers angebrachten Rüttelplatte kann mit der gleichen Maschine sofort in einer weiteren Überfahrt das aufgelockerte Wegebaumaterial verdichtet werden.

Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Neuentwicklung im praktischen Einsatz auf Dauer bewährt. Erste Ergebnisse sind jedoch vielversprechend.

Technische Daten

  • Außenbreite: 2,7 m
  • Walzenbreite: 2,5 m
  • Gesamtgewicht: ca. 1300 kg
  • Antrieb: 540er Zapfwellenantrieb &12-Volt-Versorgung für Steuerung
  • Zugfahrzeug: Schlepper mit mind. 100 PS und ca. 5 t Eigengewicht
  • Aufwand: Je nach Zustand des Weges 3 – 7 Überfahrten
  • Arbeitsleistung: Überfahrtgeschwindigkeit ca. 3 km/h
  • Kosten netto (laut Hersteller): ca. 0,80 € – 1,50 € pro Laufmeter.