Forst

Naturschutz und Nutzung kombinieren

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Mirjam Gindele-GlaslStMUVAlexander RumpelAnja SchreckeStMELF
am Donnerstag, 25.02.2021 - 12:12

Neuauflage des Vertragsnaturschutzprogramms Wald: Ab diesem Jahr gibt es höhere Fördersätze und neue Maßnahmen – die Antragstellung läuft bereits.

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Das Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNPWaldR 2021) wurde zum Antragsjahr 2021 neu aufgelegt. Es bietet privaten und kommunalen Waldbesitzenden höhere Prämien und auch neue Fördermaßnahmen. Damit sollen die Waldbesitzer künftig noch besser bei der Umsetzung freiwilliger Naturschutzmaßnahmen im Wald unterstützt werden. Aber was ist neu?

  1. Höhere Prämien: Bei allen bisher bekannten Fördermaßnahmen wurden die Prämien erhöht – dazu zählt die Förderung von Mittel- und Niederwäldern, Biberlebensräumen, dem Nutzungsverzicht, der Schaffung lichter Waldstrukturen sowie die Förderung von Biotopbäumen und Totholz.
     
  2. Biotopbäume in Natura 2000-Gebieten: Hier wurde die Förderung von Biotopbäumen erweitert. In Natura-2000-Gebieten mit aktuell wenigen Biotopbäumen können nun bereits solche Bäume, die durch Beschädigungen das Potenzial zum Biotopbaum haben, gefördert und damit erhalten werden. Ausgewählte Biotopbäume wie z. B. ehemalige Huteeichen können zusätzlich freigestellt und somit langfristig gesichert werden.
     
  3. Neue Maßnahme nach Störungen: Die Maßnahme „Erhalt vielfältiger Biotopbaum-, Totholz- und Lichtwaldstrukturen nach Störungsereignissen“ ist neu. Sie kann in geeigneten Waldbeständen mit passender Baumartenzusammensetzung eine attraktive ökologische Alternative zur oft arbeits- und kostenintensiven Räumung von Schadflächen, z. B. nach einem Windwurf, darstellen. Die Arten- und Lebensraumvielfalt soll so nach natürlichen Störungsereignissen gezielt verbessert werden. Aus abgestorbenen Bäumen, stehenden Hochstümpfen, Bäumen mit abgebrochenen Kronenteilen oder abgebrochenen Starkästen u. ä. entstehen wertvolle neue Lebensräume für Pflanzen, Pilze und Tiere. Neuer Wald entsteht hier zunächst durch Pionierbaumarten wie z. B. Weide, Birke und Pappel.
     
  4. Altholzinseln: Darüber hinaus werden zukünftig auch Altholzinseln, in denen beispielsweise vermehrt Höhlenbrüter wie der Schwarzspecht leben, als wichtiges ökologisches Vernetzungselement gefördert. Je angefangenem Hektar ist eine Altholzinsel förderfähig.

Einen Überblick über alle Maßnahmen im Rahmen des VNPWaldR 2021 gibt der Infoblock unten. Die Antragstellung ist seit 18. Januar möglich und kann noch bis 31. Mai 2021 erfolgen.

Allein im Jahr 2020 konnten im Vertragsnaturschutzprogramm Wald rund 8,4 Mio. € an Waldbesitzer ausbezahlt werden.

Das zeigt die Attraktivität des Förderprogramms und das Engagement der bayerischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer rund um den Erhalt der biologischen Vielfalt im Wald.

Nähere Informationen erhalten interessierte Waldbesitzende bei der zuständigen unteren Naturschutzbehörde und bei den Forstrevierleitern des örtlichen Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Maßnahmen nach VNPWaldR 2021

Erhaltung und Wiederherstellung von Nieder- und Mittelwäldern: Zweckbindung beträgt 5 Jahre; die Auszahlung erfolgt jährlich

  • Mittelwald: 95 €/ha/Jahr
  • Niederwald: 135 €/ha/Jahr

Stockhiebe auf Mittelwald- und Niederwaldflächen: keine Zweckbindung; einmalige Auszahlung bei Fertigstellung

  • Stockhieb bei Entstehung einer niedrigen Oberholzdeckung, bzw. im Niederwald: 4000 €/ha
  • Stockhieb bei Entstehung einer hohen Oberholzdeckung: 1950 €/ha

Erhalt von Biberlebensräumen auf Waldflächen: Zweckbindung beträgt 5 Jahre; die Auszahlung erfolgt jährlich: 375 €/ha/Jahr

Nutzungsverzicht: Zweckbindung beträgt 12 Jahre; einmalige Auszahlung bei Bewilligung

  • in bestimmten azonalen FFH-Waldlebensräumen, in gesetzlich geschützten Wäldern und in Erlenbruchwäldern: 1200 €/ha
  • in Alters- und Zerfallsphasen bestimmter zonaler FFH-Waldlebensräume und in Natura 2000-Gebieten sowie in Beständen zum Schutz von Horststandorten 2700 €/ha

Schaffung lichter Waldstrukturen (Lebensraum für gefährdete Arten beispielsweise Auerhuhn, Tagfalter) und Nutzungsverzicht: Zweckbindung beträgt 5 Jahre; Auszahlung jährlich: 580 €/ha/Jahr

Erhalt von Altholzinseln: Zweckbindung beträgt 12 Jahre; einmalige Auszahlung bei Bewilligung: 1450 €/Altholzinsel

Erhalt vielfältiger Biotopbaum-, Totholz- und Lichtwaldstrukturen nach Störungsereignissen: Zweckbindung 12 Jahre; einmalige Auszahlung bei Bewilligung 3300 €/ha

Erhalt von Bäumen mit hohem Biotopbaumpotenzial nur in Natura 2000-Gebieten: Zweckbindung beträgt 12 Jahre; einmalige Auszahlung bei Bewilligung 50 €/Baum

Erhalt von Biotopbäumen: Zweckbindung beträgt 12 Jahre; einmalige Auszahlung bei Bewilligung. Die Prämie je Baum ist gestaffelt, abhängig von der Baumart und der Dimension: 125 € bis 220 €/Baum

Freistellen von Biotopbäumen nur in Natura 2000-Gebieten: Keine Zweckbindung; einmalige Auszahlung bei Bewilligung: 160 €/Biotopbaum

Belassen von Totholz: Die Zweckbindung beträgt 12 Jahre; es handelt sich um eine einmalige Auszahlung bei Bewilligung. Die Prämie ist gestaffelt, abhängig von der Dimension und Menge (ganzer Baum/ Stück Totholz) 50 € bis 175 €/Stk.

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