Förderung

Nachhaltigkeitsprämie: Jetzt den Antrag stellen

Schweden
K.M.
am Freitag, 27.11.2020 - 17:14

Seit dem 20. November sind die Leitungen scharf: Die Nachhaltigkeitsprämie kann auf der Internetseite www.bundeswaldpraemie.de beantragt werden.

Die Prämie richtet sich an private und kommunale Waldbesitzer mit mindestens einem Hektar Wald. Grundvoraussetzung für die Nachhaltigkeitsprämie ist aber eine entsprechende Zertifizierung des Waldes: Für PEFC-zertifizierte Wälder gibt es 100 €/ha, bei einem FSC-, Naturland- oder vergleichbarem Zertifikat gibt es laut Förderrichtlinie 120 €/ha.

Kritik an der Prämie

Nicht jeder findet diese Regelung gelungen. So sieht Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), die Prämie zwar als „wichtiges Zeichen und Unterstützung für die Waldbewirtschaftung“, kritisiert aber die Zertifizierungspflicht. „Es gehört zum waldgesetzlichen Auftrag und zum forstlichen Selbstverständnis, den Wald nach klaren Nachhaltigkeitskriterien zu bewirtschaften. Deshalb ist es nicht nachvollziehbar, warum die Auszahlung der Hilfsgelder zusätzlich an eine Zertifizierungspflicht gebunden sind“, erklärte er zum Start der Antragsstellung.
Während der einen Seite die Fördervoraussetzungen zu weit gehen, gehen sie der anderen Seite – in diesem Fall WWF – nicht weit genug: Christoph Heinrich, Vorstandsmitglied von der Umweltstiftung World Wide Fund Nature (WWF) Deutschland, bemängelte eine „Gießkannenförderung“. Die „sogenannte Nachhaltigkeitsprämie“ sei in Wirklichkeit eine pauschale Flächenprämie. Ähnlich klingt auch das Statement des Präsidenten des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), Jörg-Andreas Krüger. Durch die flächige Verteilung sei die Förderung „ein Tropfen auf den heißen Stein“, der die Situation der Wälder nicht verbessern werde.

10-Jahresfrist beachten

Aber was genau bedeutet, die Zertifizierungspflicht für den Waldbesitzer? In der Regel sind die Waldflächen über eine Mitgliedschaft beim zuständigen Forstwirtschaftlichen Zusammenschluss (FWZ) zertifiziert. Wer nicht zertifiziert ist, kann dies nachholen und die Zertifizierung bis 30. September 2021 nachreichen – die Prämie wird allerdings erst ausgezahlt, wenn die Zertifizierung vorliegt. Auf der genannten Internetseite zur Information und Antragstellung findet sich folgender Zusatz: „Der Antragsteller verpflichtet sich, das Forstzertifikat mindestens zehn Jahre ab dem Zeitpunkt der Auszahlung der Beihilfe zu halten“. Verliert also ein Waldbesitzer innerhalb der Zehn-Jahresfrist seine Zertifizierung, muss die gesamte Prämie zurückgezahlt werden, wie das Ministerium auf Nachfrage bestätigte.

Die Flächen prüfen

Vor der Antragstellung kann es sich lohnen, die bei der FBG/WBV gemeldeten Flächen zu prüfen. Wer beispielsweise Waldflächen zugekauft und diese noch nicht bei seiner WBV/FBG gemeldet hat, sollte dies vor einer Antragstellung nachholen. Denn zur Antragstellung braucht es neben einer Bestätigung des zuständigen FWZ auch den letzten Bescheid der SVLFG. Unterscheiden sich die Flächenangaben von SVLFG und FWZ, wird die geringere Hektarangabe zur Bemessung der Prämie herangezogen, wie eine Sprecherin des Ministeriums auf Wochenblatt-Anfrage erklärt hat.

Die nötigen Unterlagen

Anträge können noch bis 30.10.2021 gestellt werden. Folgende Unterlagen benötigen Sie dazu:
  • Den letzten Bescheid der SVLFG
  • Das Zertifikat für die Antragsfläche bzw. bei PEFC-zertifizierten Flächen die letzte PEFC-Rechnung.
  • Sonderfall PEFC: Bei der Mitgliedschaft eines Forstwirtschaftlichen Zusammenschlusses (FWZ), sind folgende Fälle zu unterscheiden. Fall eins: Der FWZ insgesamt ist zertifiziert – dann muss der Antragsteller neben dem Zertifikat eine Bestätigung des FWZ vorlegen, dass er dort Mitglied ist. Fall zwei: Nicht alle Mitglieder des FWZ sind zertifiziert – dann muss der Antragsteller zusätzlich zu dem Zertifikat eine Bestätigung des FWZ vorlegen, dass er dort Mitglied ist und seine Antragsfläche zertifiziert ist.
  • Bescheinigungen der im laufenden und in den vergangenen beiden Jahren erhaltenen De-minimis-Beihilfen.
Nach Angaben der Bundesregierung sind in Deutschland rund 7,7 Mio. ha oder etwa 68 % der Waldfläche nach PEFC-Kriterien und rund 1,4 Mio. ha (13 % der Waldfläche) nach FSC-Kriterien zertifiziert. Der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst, Max v. Elverfeldt, appellierte an alle Waldbesitzer, die Mittel zu beantragen und in den Wald zu investieren – sagte aber auch, dass diese Einmalförderung keine Zukunftsperspektive biete und betonte: „Um unsere Wälder langfristig zu stabilisieren und zu erhalten, müssen wir in eine Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes einsteigen.“

Details zur Prämie sowie die Möglichkeit zur Antragstellung finden Sie unter www.bundeswaldpraemie.de