Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Kohlendioxid-Speicher

Moore sollen Kohlenstoff speichern

Wasser fehlt: Ausgedörrtes, in der prallen Sonne liegendes Torfmoospolster.
StMELF/BaySF
am Dienstag, 22.11.2022 - 12:46

Bayern will bis 2040 rund 55 000 Hektar renaturieren. Auch private Waldbesitzer sollen beteiligt werden – aber nur auf freiwilliger Basis.

Intakte Moore mit optimalem Wasserhaushalt speichern große Mengen Kohlendioxid, anstatt es an die Atmosphäre abzugeben. Sie spielen daher in der Klimapolitik eine immer größere Rolle. Sie haben aber auch viele Vorteile für die Biodiversität und den Landschaftswasserhaushalt, die Erholungsfunktion und das Landschaftsbild unserer Heimat. Entwässerte, intensiv genutzte Moore sind dagegen starke Treibhausgas-Quellen. Durch Anhebung des Wasserstands und angepasste Nutzung können sie im Idealfall aber nahezu klimaneutral werden.

Die politischen Rahmenbedingungen entwickeln sich dynamisch: Auf EU-Ebene wird die weitgehend ausverhandelte LULUCF-Verordnung die Rolle des Moorschutzes für den Klimaschutz (Fit for 55) stärken. Auf Bundesebene sollen durch das mit 4 Mrd. € ausgestattete Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz auch für den Moorschutz zusätzliche Aktivitäten finanziert werden, wie sie auch in der Bund-Länder-Zielvereinbarung „Klimaschutz durch Moorschutz“ festgehalten sind. Bayern fordert vom Bund – bislang allerdings ohne Erfolg – mehr Engagement bei der Erforschung der ganzheitlichen Treibhausgas-Bilanzen (inkl. Holzverwendung) von bewaldeten Niedermooren.

Bayern hat 2021 ambitionierte Maßnahmen zum Erhalt und zur Renaturierung von 55 000 ha Moorboden bis 2040 angekündigt. Mit dem geänderten Klimaschutzgesetz (aktuell im Landtag) und dem Klimaschutzprogramm vom Juni 2022 werden die Rahmenbedingungen weiter verbessert.

Im Staatswald schon aktiv

Mit dem Moorwaldprogramm des bayerischen Forstministeriums sollen Zug um Zug sämtliche Moorflächen in allen Waldbesitzarten in den Blick genommen und, soweit notwendig und möglich, die Eigentümer bei der Erhaltung oder Verbesserung des Moorzustands unterstützt werden. Das Vorgehen folgt einer klaren Priorisierung, beginnend mit den Hoch- und Übergangsmooren im Staatswald. Von der Projektpipeline mit 149 Projekten bis 2030 (insgesamt rund 2700 ha) wurden bis Januar 2022 bereits 125 Projekte in Angriff genommen. Diese Renaturierungen werden teils von den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) selbst finanziert, teils vom Freistaat Bayern mit Landesmitteln für besondere Gemeinwohlleistungen im Staatswald gefördert.

Im Privatwald nur freiwillig

Künftig sollen die Aktivitäten auf den Privat- und Körperschaftswald ausgeweitet werden, soweit die Waldbesitzerinnen und -besitzer zur freiwilligen Mitwirkung bereit sind. Die Landesanstalt für Wald und Forst-wirtschaft hat eine Machbarkeitsstudie für das private Grießenbacher Moos bei Landshut weitgehend abgeschlossen. Ab dem kommenden Jahr sollen nach Abstimmung mit den Verbänden landesweit Informationen zum Zustand der Moore gesammelt und aufbereitet werden.

Insgesamt werden die Maßnahmen zum Moorschutz nicht nur einen langen Atem bis etwa 2040 erfordern, sondern auch einen erheblichen Mittelaufwand und Anstrengungen von allen Beteiligten – zum Vorteil für die Moore, den Klimaschutz, die Waldbesitzenden sowie die künftigen Generationen.