Waldschäden

Monitoring zur Nonne: Alles im grünen Bereich

Cornelia Triebenbacher, Karin Bork und Andreas Hahn, LWF, Freising
am Freitag, 18.09.2020 - 13:52

Seit der großen Nonnenkalamität 1987/88 befindet sich die Nonne in weiten Teilen ihres bayerischen Verbreitungsgebietes in der Latenz.

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Die Nonne, ein weiß-/braunschwarz gefleckter Schmetterling, ist eine der bedeutendsten forstlichen Großschädlinge und tritt bayernweit an Fichte und Kiefer auf. Der Schaden entsteht durch massiven Nadelfraß der Larven im Mai und Juni.

Die Nonne kann innerhalb von zwei Jahren aus der Latenz in eine Massenvermehrung übergehen. Zu Massenvermehrungen neigt die Nonne im Flach- und Hügelland (bis etwa 800 m ü. NN.), hier vor allem in Gebieten mit Jahresniederschlägen von 400 bis 700 mm.

Im Wartestadium

Seit der großen Nonnenkalamität 1987/88 befindet sich die Nonne in weiten Teilen ihres bayerischen Verbreitungsgebietes in der Latenz. Periodisch kommt es seitdem zwar lokal zu geringen Anstiegen der Populationsdichten, aber nicht zu einer beginnenden Massenvermehrung oder erkennbaren Fraßschäden – die Nonne ist als in der Latenz.

Das Monitoring zur Nonne an rund 700 Fallenstandorten in Bayern dient der Früherkennung von Massenvermehrungen. Dazu wird die Nonne mit einer sogenannten Pheromonprognose überwacht. Und zwar jährlich in der Zeit vom 01.07. bis 31.08. – so kann der gesamte Schwärmflug abgebildet werden. Sobald an einem Fallenstandort die Warnschwelle von 1000 Faltern je Falle über die Gesamtflugzeit überschritten wird, folgen weitere Untersuchungen.

Und so war der Falterflug 2020: Durch die Entwicklungsverzögerungen der Raupen aufgrund der kühlen Temperaturen im Mai bis teilweise in den Juni schwärmten die Falter verhältnismäßig spät. Schwärmhöhepunkt in Fichten- und Kiefernwäldern war Mitte August. Die Warnschwelle wurde an keinem Fallenstandort erreicht – gegenüber 13 Standorten in 2018 und 3 Standorten in 2019.