Unterstützung

Mehr Aufgaben und dafür mehr Geld

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Kathrin Engelhardt, Thomas Stachura, ByStMELF
am Donnerstag, 27.06.2019 - 11:09

Bessere staatliche Unterstützung für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse.

Gerade in stürmischen Zeiten sind die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse (FZus) eine tragende Säule des Privatwaldes. Deshalb wird die Zusammenarbeit der Bayerischen Forstverwaltung mit den FZus intensiviert. Die Bayerische Staatsregierung hat zudem die Fördermittel für die Zusammenschlüsse deutlich erhöht.
Bayern kann mit 134 Forstbetriebsgemeinschaften (FBG), auch Waldbauern- oder Waldbesitzervereinigungen (WBV) genannt, auf eine deutschlandweit einzigartige flächendeckende Organisation von Selbsthilfeeinrichtungen blicken. Diese Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse verfolgen den Zweck, die Bewirtschaftung der Waldflächen ihrer Mitglieder zu verbessern und die Nachteile geringer Flächengröße sowie anderer Strukturmängel zu überwinden.
Für viele Klein- und Kleinstwaldbesitzer ist die praktische Umsetzung der Waldarbeit aufwendig, teuer und nicht ungefährlich. Des Weiteren ist eine gewinnbringende sinnvolle Vermarktung aufgrund kleiner Mengen und fehlender Kenntnisse am Markt schwierig. Deshalb sind die FZus als Selbsthilfeeinrichtungen unverzichtbare Säulen des ländlichen Raumes, die bei Holzeinschlag und -vermarktung, Waldpflege und Kulturmaßnahmen die Waldbesitzer tatkräftig unterstützen.
Darüber hinaus sind sie wichtige Multiplikatoren für die Waldbewirtschaftung in der Öffentlichkeit. Die Mitgliedschaft in einem nach Bundeswaldgesetz anerkannten FZus wird allen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern empfohlen.

Enge Kooperation mit der Forstverwaltung

Die Zusammenarbeit der Bayerischen Forstverwaltung mit den Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen wird neu ausgerichtet. Ziel ist es, die Waldbesitzer bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder im gesamtgesellschaftlichen Interesse bestmöglich zu unterstützen. Borkenkäfer, Dürre und Sturmwürfe haben in den letzten Jahren dem Wald massiv zugesetzt und erfordern eine Optimierung der Zusammenarbeit, um den Wald dauerhaft zu erhalten und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Um dies zu erreichen, werden auf lokaler Ebene Kooperationsvereinbarungen zwischen der Forstverwaltung und den FZus geschlossen. Die Kooperationsvereinbarungen beinhalten unter anderem gemeinsame Ziele wie die Zusammenarbeit bei der Bewältigung von Kalamitäten, die Unterstützung der Waldbesitzer beim flächendeckenden Waldumbau sowie die Rollen- und Zuständigkeitsklärung. Die bisherigen FZus-Berater der Forstverwaltung werden über 2019 hinaus als Koordinatoren der Zusammenarbeit aufrechterhalten.

Fördermittel werden deutlich aufgestockt

Der Waldpakt 2018 ist die zentrale Weichenstellung für den Wald und die Forstwirtschaft in Bayern in den kommenden Jahren. Die Herausforderungen der Zukunft können nur im engen Schulterschluss von Staat (Forstverwaltung), Verbänden und Selbsthilfeeinrichtungen bewältigt werden. Letztlich geht es um Daseinsvorsorge für die gesamte Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund bekennt sich die Bayerische Staatsregierung unverändert dazu, die FZus wirkungsvoll und dauerhaft zu unterstützen. Ab dem Doppelhaushalt 2019/20 werden die FZus-Fördermittel jährlich um 5 Mio. € auf dann 10 Mio. € jährlich angehoben.
Im vergangenen Jahr wurde die Förderrichtlinie „Forstzusr“ überarbeitet, bewährte Fördertatbestände ausgebaut, Fördersätze angehoben und neue Maßnahmen geschaffen. Die neue Forstzusr 2019 ist rückwirkend zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten. Die Leitgedanken und Ziele wurden dabei konsequent weitergeführt. Die Kernelemente sind: Strukturverbesserung im Kleinprivatwald, Professionalisierung von Fachpersonal, Mitgliederinformation und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Verbesserung von Dienstleitungsangebot und Kalamitätsbewältigung.
Neu ist die Maßnahme „Mitwirkung bei der praxisbezogenen Ausbildung des forstlichen Nachwuchses“. Praktikumsmöglichkeiten bei den anerkannten FZus sind ein Baustein, um die forstliche Ausbildung noch vielfältiger und besser zu machen. Auch das Projekt „Waldbesitzer vermitteln Forstwirtschaft“ wurde im Rahmen einer neuen Fördermöglichkeit für die FZus aufgegriffen. Durch praxisorientierte forstfachliche Aufklärung und unmittelbares Erleben soll Akzeptanz und Toleranz für die Forstwirtschaft gefördert werden.

Strukturverbessernde Einzelprojekte

Die hohe Ausgangspopulation und der Brutraum aus Sturm- und Schneebruchschäden haben auch heuer ein massives Befallsgeschehen durch Fichtenborkenkäfer zur Folge. Einzig wirksames Mittel zum Schutz der Wälder sind rascher Einschlag und Abfuhr, bzw. die Entrindung der befallenen Stämme. Hierbei sollen die Waldbesitzer und die FZus bestmöglich unterstützt werden.
Im Maßnahmenpaket gegen Borkenkäfer wurde eine neue Fördermöglichkeit für FZus im Rahmen eines sogenannten strukturverbessernden Einzelprojekts (sEP) geschaffen: Um die insektizidfreie, waldschutzwirksame Aufarbeitung von Schadholz noch weiter voranzubringen und zu beschleunigen, wird das Borkenkäfermanagement mit der Maßnahme Vorbeugung und Bekämpfung rindenbrütender Insekten nach Nr. 2.3.1 Waldföpr 2018 als ein weiterer Anwendungsfall anerkannt.
Die FBG als Projektträger übernimmt die Vorbereitung und anschließend die Organisation der Durchführung der insektizidfreien, waldschutzwirksamen Aufarbeitung von Schadholz gemäß Nr. 4.3.1 Waldföpr 2018. Der Fördersatz beträgt 33 € pro Waldbesitzer für Sammelberatungen/Infoveranstaltungen (Projektstufe 1) bzw. 75 € pro Mitglied für die gesammelte Abwicklung der Anträge der Kleinwaldbesitzer.