Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Fraßschäden

Lärchen verfärben sich schon gelb

Lärchennadelknicklaus: Sie saugt an den Nadeln, diese knicken in der Folge ab.
Ludwig Straßer, Gabi Lobinger, LWF
am Mittwoch, 10.08.2022 - 09:31

In den letzten Wochen wurden wiederholt Schäden an jungen Lärchen bis zum Dickungsalter gemeldet. Die Nadeln der Bäume sind bereits jetzt im Sommer braun, stellenweise kommt es sogar zum Absterben einzelner Individuen. In den meisten Fällen sind am Schadgeschehen die Lärchennadelknicklaus oder die Lärchenminiermotte beteiligt – einzeln oder gemeinsam.

Schadensbild der Lärchenminiermotte: Im Zuge des Klimawandels könnte dieser Anblick in Zukunft vermehrt anzutreffen sein. Derart geschwächte Bäume sind anfällig für den Lärchenbockkäfer.

Ein alleiniger Befall mit Lärchenknicklaus stellt nach aktuellem Kenntnisstand kein Problem dar. Anders verhält es sich bei einem schweren Befall durch Knicklaus und/oder Miniermotte. Hier kann es zum kompletten Nadelverlust und in der Folge zu einer starken Vitalitätseinschränkung kommen. Besonders die Kombination von Frühjahrsfraß der Miniermotte und Befall durch Lärchenknicklaus ist für befallene Bäume kritisch, da diese schon ab Beginn der Vegetationszeit nur eingeschränkt Photosynthese betreiben können. Solche geschwächten Bäume werden im Nachgang gerne vom Lärchenborkenkäfer, meist in Verbindung mit Kupferstecher im Kronenbereich, befallen.

Im Zuge des Klimawandels ist zu erwarten, dass wärmeliebende Insekten weiter vermehrt auftreten und vielfach zu Schäden an Baumarten führen werden. Selten und in diesem Jahr eher unbedeutend sind die Lärchenwolllaus und Lärchenschütte.

Handlungsempfehlungen

Was müssen Waldbesitzer nun beachten? Die LWF gibt folgende Hinweise:

  • Bei mehrjährigem starkem Befall durch die Lärchenknicklaus ist auf Folgebefall durch Borkenkäferarten zu achten.
  • Ein Kombinationsbefall von Lärchenminiermotte im Frühjahr und Lärchenknicklaus im Hochsommer ist als kritisch zu bewerten. Hier kommt es ebenfalls vielfach zum Befall durch Lärchenborkenkäfer – häufig zusammen mit Kupferstecher in der Krone.
  • Bäume mit Lärchenborkenkäfer- und/oder Kupferstecherbefall sollten gefällt und aus dem Wald verbracht werden. Verbrennen ist bei der derzeitigen Waldbrandgefahr keine Option!
  • Lärchen sollten im Weitverband eingebracht werden (auch um das Risiko für Nadelpilzinfektionen gering zu halten). Das gilt auch für den Abstand zu Mischbaumarten.