Politikwechsel

Klimawald - plötzlich und unerwartet

Wald Herz
Hans Ludwig Körner, Bayerischer Waldbesitzerverband
am Donnerstag, 25.07.2019 - 10:17

Der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat die Bedeutung des Waldes anerkannt.

Thumbnail

Plötzlich und unerwartet – diese Worte stehen häufig in Traueranzeigen. Sie sind verbunden mit einem schweren Verlust – genau wie die Ausfälle in unseren Wäldern.

Plötzlich und unerwartet – diese Worte können aber auch für etwas Positives stehen, beispielsweise für einen Richtungswechsel in der Politik. So haben wir kürzlich erlebt, dass der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder –plötzlich und erwartet – die Bedeutung des Waldes anerkannt hat. Auslöser war ein Gutachten aus Zürich. Für uns war das nichts Neues, da wir doch schon immer klimabewusst und nachhaltig wirtschaften. Aber der Prophet im eigenen Land …

Die Staatsregierung strebt den „Klimawald“ an. Was ist das? Für uns ist ein Klimawald ein lebender, bewirtschafteter und gepflegter Wald, dessen Produkt – der nachwachsende Rohstoff Holz – genutzt wird. Auch eine, an den Zielen des Waldumbaus, angepassten Jagd, darf nicht fehlen.

„Ich will mir nicht vorwerfen lassen, als Politiker die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben“, sagte der Ministerpräsident bei seinem Pressegespräch zum Klimaschutz. Erfreulich ist, dass er – genau wie beim Waldpakt 2018 – betont hat, dass der Privatwald bewirtschaftetes Eigentum ist. Dieses, Ihr Eigentum, trägt zum Klimaschutz bei – und zwar gerade durch die Bewirtschaftung des Waldes und die Holznutzung. Der Wald speichert langlebigen Holzprodukten langfristig Kohlenstoffdioxid. Gleichzeitig ersetzt Holz fossile Rohstoffe und trägt zu einer sicheren Energie- und Wärmeversorgung bei.

Ich hoffe, dass Ihnen als Waldbesitzer, denen durch Borkenkäfer oder auch die Dürre bereits Teile des Waldbestandes genommen wurden, diese Erkenntnis der Staatsregierung Trost und Ansporn ist, Ihren Wald zu erhalten. Wir sehen dies genauso und handeln in Ihrem Sinne in der Forstpolitik.