Forstwirtschaft

Klimaschutz: Leistungen der Waldbauern entschädigen

Josef Koch Redakteur Agrarpolitik
Josef Koch
am Dienstag, 12.05.2020 - 12:33

Die Klimaschutzleistungen der Waldbauern müssen belohnt werden, sonst ist die nachhaltige Bewirtschaftung in Gefahr, so die Familienbetriebe Land und Forst.

Wald

Der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst, Max v. Elverfeldt, schlägt vor, die Honorierung der Klimaschutzleistungen der Waldbauern an die CO2-Bepreisung zu koppeln und aus den Einnahmen des Energie- und Klimafonds zu finanzieren.

„Im Mittel werden pro Hektar Wald rund acht Tonnen Kohlenstoff im Jahr gespeichert. Bei dem aktuellen Preis eines Zertifikats im Emissionshandel von 25 Euro pro Tonne CO2 ergibt dies eine Honorierung von 200 Euro pro Jahr und Hektar.“

Die Familienbetriebe Land und Forst sehen sich in ihrer Forderung nach einer Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes durch eine Stellungnahme des „Wissenschaftlichen Beirats Waldpolitik“ zur Waldstrategie 2050 bestätigt.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung sichern

Der Beirat stellt laut Verband fest, dass die Klimasenke Wald und die Anpassung der Wälder an den Klimawandel gefährdet ist, wenn die nachhaltige Waldbewirtschaftung für die Waldbesitzer wirtschaftlich unattraktiv wird.

Laut Wissenschaftlichem Beirat Waldpolitik ist es aufgrund der sinkenden Holzerlöse fraglich, ob die Waldbesitzer trotz der vorhandenen Förderinstrumente auch zukünftig noch in der Lage sein werden, der Gesellschaft die Ökosystemleistungen wie bisher kostenfrei bereitzustellen.

„Das Cluster Wald und Holz kompensiert rund 14 Prozent der Emissionen in Deutschland. Diese Klimaschutzleistung gibt es bisher zum Nulltarif“, so Elverfeldt. Dieses Modell sei aber langfristig in Gefahr. Betroffen sind insbesondere Privatwaldbesitzer mit mittleren und größeren Betrieben, für die der Wald eine wesentliche Einkommensquelle darstellt.