Waldschäden

Klimagipfel - für den Wald kommt wenig raus

Waldschaden
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 23.09.2019 - 16:29

Waldbesitzer bewerten das Ergebnis des Klimagipfels als wenig hilfreich für den deutschen Wald.

Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer sieht im Klimawandel eine der größten Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft. „Angesichts dessen ist der Klimagipfel hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben“, so sein Fazit  So seien weder Soforthilfen noch eine CO2-Abgabe zu Gunsten des Waldes enthalten. Auch werde die Katastrophe im Wald nicht klar benannt. „Der Wald hatte keine Priorität erhalten.“ 

Laut von der Marwitz ist der Wald als erstes von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, dabei aber gleichzeitig der größte Verbündete im Klimaschutz. Das gesamte Cluster Forst und Holz speichert jährlich über 127 Millionen Tonnen CO2, rund 14 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes der deutschen Volkswirtschaft. „Der Klimagipfel hätte eine Chance sein können, den Wald in den Fokus zu rücken.“

Zwar würde die Klimaleistung des Waldes benannt. Auch werden eine Reihe von Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel aufgeführt. Diese „verstärkte Förderung“ solle – nach wie vor - über die GAK (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“) erfolgen, ab dem kommenden Jahr 2020.

„Angesichts der Zerstörung, die Stürme, Dürre und anhaltende Trockenheit in unseren Wäldern hinterlassen haben, ist dies keine adäquate Antwort“, so die Kritik des Präsidenten. Mit der „Verstärkung“ der GAK-Mittel werde die Förderkulisse fortgesetzt, die für die Forstwirtschaft seit Langem praktiziert wird, die allerdings angesichts des Klimawandels zu kurz greift.

Es brauche nun ein unkonventionelles Soforthilfeprogramm als Hilfe zu Selbsthilfe, das schnelle und unbürokratische Hilfen für die Rettung der Wälder zur Verfügung stelle, gerade für die vielen Kleinprivatwaldbesitzer. Darüber hinaus werde mittels einer CO2-Abgabe eine Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes benötigt, die nach dem Prinzip Leistung für eine Gegenleistung funktioniere. Es sei nur fair, so von der Marwitz, dass die Klimaschutzleistung des Waldes honoriert werde von jenen, die CO2 emittieren.