Vermarktung

Holzpreise - düsterer Horizont

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Hans Ludwig Körner, Bayerischer Waldbesitzerverband
am Donnerstag, 27.09.2018 - 11:22

Eigentlich werden im Sommer und Herbst die Vorräte für den Winter und schlechte Zeiten angelegt. Das ist für die Waldbesitzer in diesem Jahr nicht möglich.

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Am Wochenende fegte bereits der erste Herbststurm, Fabienne, über Bayern hinweg. Gott sei Dank hat es den Wald kaum getroffen.

Doch der Horizont bleibt düster. Mit dem Nordischen Fichten-Borkenkäfer (ips duplicatus) steht ein zusätzlicher aggressiver Schädling vor der Tür. Seine verheerende Wirkung hat er bereits in Tschechien unter Beweis gestellt.

Leider müssen wir befürchten, dass zusammen mit den tausenden Festmetern Schadholz, die täglich aus Tschechien importiert werden auch die neue Käferart aktiv bei uns eingeschleppt wird. Die Käfer und ihre Larven leben in der Rinde. Es wäre also sicherer für unseren Wald, wenn nur noch entrindetes Schadholz aus Osteuropa ins Land kommen würde. Wir fordern deshalb ein Importverbot von nicht entrindetem Käferholz. Neben Dürre, Stürmen, Buchdrucker und Kupferstecher brauchen wir keine weiteren Schädlinge. Deshalb unser Appell an die Verantwortung der Importeure, nur noch entrindetes Holz einzuführen.

Der Holzmarkt ist überlastet und in Teilen zusammengebrochen. Dies liegt an den Dumping-Preisen für Holz aus Mittel- und Norddeutschland aufgrund der vergangenen Winterstürme und des umfangreich verfügbaren Käferholzes von dort und aus Tschechien. Deshalb unser Appell: Schlagen Sie frisches Holz nur dann, wenn Sie es sicher und gut vermarkten können.

Ihr Schwerpunkt im Wald sollte weiter die Aufarbeitung des Käferholzes und die Verbringung aus dem Wald sein. Nutzen Sie hierfür die Förderprogramme der Staatsregierung. Zu all diesen Themen stehen wir in engem Austausch mit unserer Forstministerin Michaela Kaniber.

All dies ist auch Thema der Bundes-Agrarministerkonferenz in dieser Woche. Staatsministerin Michaela Kaniber hat uns letzte Woche zugesichert, dass sie sich dort für bundesweite Lösungsansätze und Erleichterungen für die Waldbesitzer einsetzen wird.

In zwei Wochen sind Landtagswahlen. Bitte gehen Sie wählen, damit die Stimmen der Waldbesitzer auch wirksam werden.