Waldbau

Der Holzmarkt zieht wieder an

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Externer Autor
am Freitag, 12.03.2021 - 08:02

BaySF-Chef Martin Neumeyer sieht dafür vor allem drei Gründe.

Die Bayerischen Staatsforsten sehen eine Konsolidierung des Holzmarktes und einen spürbaren Anstieg des Nadelholzpreises. Die Markterholung hat laut Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, drei Gründe:
  1. Holznachfrage: Es gibt eine ungebrochene Nachfrage nach Holz und Holzprodukten – sowohl regional als auch international. Die Baubranche boomt in allen Bereichen. Dadurch entsteht eine verstärkte Nachfrage im Inland und im Export, die sich positiv auf die Preise auswirkt. „Nach dem kräftigen Preisanstieg bei Schnittholz und Holzprodukten ziehen jetzt auch die Preise für den Rohstoff, also die Baumabschnitte, an“, so Neumeyer weiter.
    Die Nasslager, in denen die BaySF das Schadholz der letzten Jahre zwischengelagert haben, leeren sich. Insgesamt wurden bereits über 200 000 von rund 310 000 Festmetern in Sägewerke gefahren. Gegenüber Sommer 2020 beträgt der Abbau der BaySF-Lagerbestände sogar 75%. Neumeyer rechnet im Verlauf des Jahres 2021 mit weiter steigenden Preisen.
  2. Neue Bayerische Bauordnung: Sie ist seit 1. Februar in Kraft, die Änderungen erleichtern das Bauen mit Holz nun auch in den Gebäudeklassen 4 und 5, also auch im mehrgeschossigen Bau. „Der Baustoff Holz kann somit künftig in allen Gebäudeklassen zum Einsatz kommen“, so der Staatsforstenchef. Besonders bei der Nachverdichtung in Städten und beim Wohnungsbau werde sich das positiv auswirken.
  3. Steigende Bedeutung der CO 2 -Reduktion: Auch das gesteigerte Umweltbewusstsein der Bevölkerung verstärkt die Nachfrage nach Holzprodukten. Holz speichert große Mengen CO2, so dass die Holzverwendung ein wichtiger Baustein zum Erreichen der Reduktionsziele ist. „Holz ist das perfekte Beispiel für eine Kreislaufwirtschaft, die das klimaschädliche CO2 reduziert. Auf gleicher Fläche ist der Wald Klimaschützer, Rohstofflieferant sowie Ort für Artenvielfalt und Erholung“, so Neumeyer.

Gut gerüstet

Die BaySF sehen sich für die Zukunft gut gerüstet. Sie haben die letzten Jahre viel in die Borkenkäferbekämpfung investiert, was die Vorräte sichert und die Schäden senkt. „Unsere Beschäftigten haben in den letzten Trockenjahren um jeden Quadratmeter Staatswald gekämpft. Die Vorräte beim Nadelholz konnten im bayerischen Staatswald – im Gegensatz zu anderen deutschen oder europäischen Forstbetrieben – gehalten werden“, so Neumeyer. Die aktuellen Schadholzmengen sind gegenüber den letzten beiden Jahren deutlich rückläufig. „Wenn jetzt das Wetter im Jahr 2021 mitspielt und die Wirtschaftslage weiter positiv bleibt, können die Waldbesitzer mit weiter steigenden Preisen in diesem Jahr rechnen“, ist sich Neumeyer sicher.

Fichte wieder gefragt

Er verweist noch einmal auf eine positive Nachfrage und Preisentwicklung bei Fichtenholz, dem wichtigsten Sortiment der Bayerischen Forstwirtschaft. Auch bei der Kiefer zögen Nachfrage und Preis an. Bei Laub-Stammholz gibt es eine stabile Seitwärtsbewegung. Bei Industrieholz ist die negative Entwicklung des letzten Jahres gestoppt und eine vorsichtige Erholung bei Nachfrage und Preis festzustellen.