Waldschutz

Holz nutzen und Klima schützen

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Sepp Kellerer
am Donnerstag, 26.09.2019 - 11:28

Intensive Wald- und Klima-Wochen liegen hinter uns. Hat es was gebracht?

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Intensive Wald- und Klima-Wochen liegen hinter uns. Hat es was gebracht? Wir können es heute noch nicht sagen. Eine Vielzahl von Papieren und Meldungen gilt es durchzuarbeiten und zu analysieren. Die Antworten auf die Wald- und Klimakrise werden immer komplizierter. Dabei haben wir Waldbesitzer ein so einfaches Rezept. Waldbau ist angewandter Klimaschutz. Und warum sollte man nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden?

Aber: Derzeit erwirtschaften wir Waldbesitzer keine Gewinne aus unseren Wäldern. Das ist eine zusätzliche Belastung. Doch wir müssen Geld verdienen. Wir handeln nicht altruistisch. Und hinter uns steht in der Folge das Cluster Forst, Holz und Papier in Bayern. Nur zur Erinnerung: Das sind 196.000 Arbeitsplätze, ein Branchenumsatz von 37 Mrd. € und damit ein Beitrag zum Produktionswert der Bayerischen Wirtschaft von 3,5 %. Holz deckt zu 5,8 % den Energiebedarf in Bayern und aus Altpapier mit Frischholz werden in Bayern noch 4,4 Mio. t Papier hergestellt. Schließlich die Klimaschutzleistung: 18 Mio. t CO2 werden jährlich durch die Forst- und Holzwirtschaft gebunden und substituiert.

Also: Ein Hinweis auf die Wirtschaftskraft der Forstwirtschaft ist mehr als gerechtfertigt. Und ja, wir wollen und müssen Geld mit unserem Eigentum verdienen. Ist das nicht mehr möglich, würde der ländliche Raum weiter abgehängt. Auf Dauer ist auch die Abkehr von der Ölheizung richtig. Aber dann bitte mit Holz als alternativem und nachwachsendem Energieträger. Das Verbrennen ist eine der wertschöpfenden Nutzungen von Holz. Es ist legitim und geboten. Vergessen wir nicht, wir haben in den nächsten Jahr(zehnt) en 100-200 Mio. Festmeter (Schad-) Holz zusätzlich zu verwerten. Deshalb werden wir die Holznutzung als Baustoff und Energieträger im Nachgang der Wald- und Klimawochen massiv einfordern.